Graham Coxon - A+E - Cover
Große Ansicht

Graham Coxon A+E


  • Label: Parlophone/EMI
  • Laufzeit: 48 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
6.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Am ersten Tag erschuf Gott die E-Gitarre. Und Graham Coxon war sofort zur Stelle, um eines der ersten Modelle abzugreifen.

Mit dem Album „A+E” legt Blur-Gitarrist Graham Coxon (43) sein nunmehr achtes Solowerk vor und macht darauf schon mit den ersten Tönen deutlich, was man sich als Künstler erlauben kann, wenn man nicht auf demokratische Entscheidungen innerhalb eines Bandgefüges angewiesen ist, nämlich mit Herzenslust lärmenden Gitarrenrock vom Stapel zu lassen, der sich seinen Weg zwischen Punk, Grunge, Kraut- und Noise-Rock sowie einem allerletzten Fünkchen BritPop sucht.

Bei den Aufnahmen zum neuen Blur-Album wird Herrn Coxon so viel Freude am schrägen Ton sicher nicht gestattet werden. Doch deshalb ist der 43-Jährige noch längst kein Fall für die musikalische Notaufnahme (= „Accident + Emergency“). „A+E“ ist vielmehr ein letztes Austoben vor der Rückkehr zum melodieseligen BritPop mit Damon Albarn und den anderen Jungs von Blur. Und weil sich Graham Coxon dabei gefühlt haben muss wie ein Kind im Spielzeugladen, übernahm er auf „A+E“ fast alle Instrumente allein und schichtete eine Tonspur über die nächste mit Gitarre, Schlagzeug, Bass und Gesang.

Am ersten Tag erschuf Gott die E-Gitarre. Und Graham Coxon war sofort zur Stelle, um eines der ersten Modelle abzugreifen. Ausprobiert wird das gute Stück im Opener „Advice“, in dem es rumpelt und rattert als würden The Stooges einen Song der Beatles töten wollen. „City hall“ schwebt auf einer stoisch pluckernden Drum-Machine-Wolke, über die sich eine Stimme aus dem Off legt, gefolgt von mäandernden Gitarren. Cooler als hier klang Krautrock auch in den späten 60er Jahre nicht.

Dieses grandiose Gemetzel funktioniert zwar nicht in allen Songs gleicht gut, doch selbst in etwas zerfahrenen Tracks wie „Meet and drink and pollinate“ oder „The truth“ ist zu erkennen, dass hier das zerstörerische Donnergrollen von Nirvana auf „In Utero“ (1993) Pate gestanden haben könnte. Und wenn zum guten Schluss mit „Running for your life“ sogar eine dezente Annäherung an Blurs „Song 2“ erfolgt, ist auch für Albarn-Jünger (fast) wieder alles in Butter.

Anspieltipps:

  • Advice
  • City hall
  • The truth
  • Running for your life

Neue Kritiken im Genre „Indie-Rock“
6.5/10

Wir Sind Für Dich Da
  • 2019    
7/10

Ciao!
  • 2019    
Diskutiere über „Graham Coxon“
comments powered by Disqus