Melanie Fiona - The MF Life - Cover
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Melanie Fiona The MF Life


  • Label: Republic/UNIVERSAL
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Melanie Fionas zweiter Streich überrascht mit Rockgitarren und viel musikalischer Abwechslung.

Es darf gerätselt werden: Warum erscheint Melanie Fionas zweiter Longplayer nicht in Deutschland? Nach dem Erfolg des Erstlings „The Bridge“ inklusive der Hits „Monday Morning“ und „Give It To Me Right“ ist dies doch etwas verwunderlich. Vielleicht war es die Pleite des Motown-Labels oder einfach zu wenig Vertrauen der Plattenfirma, dass sich die Künstlerin auf dem hiesigen Markt durchsetzen kann. Unterm Strich bleibt dies jedoch reine Spekulation. Bei einem neuen Sub-Label (Republic), ebenfalls unter dem Dach von Universal Music, ist das Zweitwerk in Deutschland bisher jedenfalls nur als Import erhältlich.

Das Rätsel bleibt wohl ungelöst: Mit zahlreichen Gästen, B.o.B, Nas, John Legend, J. Cole und T. Pain, wird aufgewartet und Melanie Fiona besitzt immer noch eine beeindruckende Stimme. Zahlreiche Produzenten (Salaam Remi, Rico Love und Andrea Martin) gaben sich die Studioklinke in die Hand und im Gegensatz zu vielen anderen R&B-Sängerinnen beteiligte sich die Kanadierin Fiona auch am Songwriting und mischte bei der Hälfte der dreizehn Songs nicht nur stimmlich mit.

Der Opener „This time“ oder der Schluss „6 AM“ begeben sich auf beatlastiges HipHop/R&B-Terrain, das der starken Stimme auch ziemlich gut steht. Bei der Vorgänger-CD nahm sich Fiona Reggae, Neo-Soul, Pop und R&B vor, dieses Mal kommen statt des ausgedienten Neo-Soul außerdem HipHop, auffällige Rockgitarren (!) und elektronische Elemente zum Einsatz. Auch „4 AM“ gehört zu den Hitkandidaten, denn mit erst sanfter, leicht bearbeiteter Stimme beginnend, tauchen dann dicke Beats am Hörhorizont auf und hauchen dem eher ruhigen Track etwas Leben ein.

Allerdings lässt sich nicht leugnen, dass Fionas Stimme ohne künstliche Bearbeitung viel besser klingt. Das Duett mit Samtstimme Legend, „L.O.V.E.“, das sehr groovige „Gone and never coming back“ oder das energische „Bones“ stellen ihr Stimmvermögen bedeutend besser heraus. Den leichten Rockgitarren- und Schlagzeugeinschlag illustrieren „Break down these walls“ oder „Wrong side of a lovesong“ sehr gut und dieser variablen und ausdrucksstarken Stimme gelingt einfach alles.

An musikalischer Abwechslung, das lässt sich deutlich feststellen, mangelt es im Hause Fiona nun wirklich nicht. Im Vergleich zum Debüt ist eine Weiterentwicklung weg vom nun nicht mehr so angesagten Neo-Soul zu hören und es ist wirklich unverständlich, warum eine so qualitativ ausgewogene Musikmischung nicht überall veröffentlicht wird. Verdient hätten Fiona und ihr Team das auf jeden Fall.

Anspieltipps:

  • This time
  • Gone and never coming back
  • Break down these walls
  • Wrong side of a lovesong
  • 6 AM

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