Iamdynamite - Supermegafantastic - Cover
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Iamdynamite Supermegafantastic


  • Label: Neo/Sony Music
  • Laufzeit: 33 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Am Anfang wollen viele Bands einfach nur Spaß machen. Damit müssen gar nicht die Texte, sondern vordergründlich die Musik der Band gemeint sein. So hatten Green Day schon immer politische Interessen, konnten das Ganze aber verspielt und eingängig („American Idiot“) rüber bringen, bevor ihre Musik in eine Rock-Oper ausartete („21st Century Breakdown“). Chris Martin (nicht der Sänger von Coldplay!) und Chris Phillips haben allerdings auch noch nicht wie die genannte Band ein Millionenpublikum zu tragen. Anstatt dessen zählen sie in den Kreis der Musik, der früher Indie war und heute Hipster ist. Als Iamdynamite machen die zwei Jungs kurze, knackige Rockmusik, die nur Höhen haben will.

Nur mit Gitarre und Schlagzeug brennt das Duo ein supermegafantastisches Feuerwerk an tanzbarer Rockmusik ab, sodass man dem protzigen Albumtitel durchaus gerecht wird. Wer nach dem besonderen Etwas in der Musik von Iamdynamite sucht, der wird enttäuscht sein. Die Lieder geben von der ersten Sekunde an die Stimmung vor, die auch für den Rest der Tracks vorherrscht. Ungelogen packen die ersten drei Lieder des Albums den Hörer, ohne dass diesem eine Chance gelassen wird. Wer von den einfachen und einprägsamen Melodien der beiden Chris nicht sofort gefangen wird, muss Indie-Rock abgrundtief hassen.

Die Hooklines stimmen, die Melodien schaffen es trotz ihrer trotzigen Eintönigkeit unterhaltsam zu bleiben und nur selten fehlt den Stücken der nötige Ohrwurmcharakter. So sind „Carolina“ und „Hey Girl“ nur in Ordnung, was aber auch in Relation zum bombastischen Beginn gesehen werden muss. „Stereo“ und „Ms Jones“ sorgen aber dafür, dass die Anzahl unwiderstehlicher Tanz-Nummern die Oberhand auf diesem Album behält. Es ist beinahe so, als würde man eine Geheimformel entdecken.

All die Jahre, die man mit komplizierter Unterhaltungsmusik verschwendet wurde, wird einem hier zurückgegeben. Die schnelle Unterhaltung für zwischendurch und immer wieder. Da vergibt man gerne den völlig unpassenden Rausschmeißer „Annie“, der plötzlich psychedelisch sein will. Dafür gibt es keinen Grund, denn die Stärke der Band sind die verboten einfachen Melodien, die man einfach nicht mehr aus dem Kopf bekommt. Und allein für die genannten fünf Kracher auf dem Album lohnt sich dieses Duo dann schon.

Anspieltipps:

  • Where Will We Go
  • Riot In The Neon Light
  • Stereo

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