Yuja Wang - Fantasia - Cover
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Yuja Wang Fantasia


  • Label: Deutsche Grammophon
  • Laufzeit: 69 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Deutsche Grammophon ist bis heute wohl das Aushängeschild und Mahnmal für klassische Musik. Damit sie ja nicht in Vergessenheit gerät. Das Symbol der Deutschen Grammophon teilt aber zumeist auch Hörer in verschiedene Klassen. So kann man Reaktionen wie Tag und Nacht erwarten, wenn man Unwissende und Kenner auf den Namen Yuja Wang anspricht. Völliges Rätselraten und begeisterte Verzückung kommen da zu Tage, wenn man die Star-Pianistin erwähnt. Im Gegensatz zur Popmusik, wo zumindest jeder den Namen Lady Gaga schon einmal gehört hat, sind die Klassik-Interpreten weiterhin eine Randgruppe, die für viele jedoch über allem steht.

Ganz in diesem Sinne gibt sich auch die Song-Zusammenstellung „Fantasia“ und ist natürlich in erster Linie an Freunde der klassischen Musik gerichtet. Die Namen Rachmaninov und Scriabin nehmen die beiden Hauptblöcke der neuen Aufnahmen der Pianistin ein und es ist keine Schande für den Laien, wenn er diese Namen noch gar nicht kennt. Anspruchsvoll und sehr vertrackt und mit viel Liebe zum Detail gibt die Chinesin die Stücke der Großen wie Schubert, Chopin und Strauss wieder. Durch die beiden Blöcke von Rachmaninov und Scriabin kommt auch für Klassik-Ästheten die Stimmung eines Gesamtwerks auf, wogegen natürlich der Casual-Klassik-Hörer, der vielleicht nur den rechten Anstoß braucht, von den einzelnen Stücken profitieren soll.

Mit Dukas Zauberlehrling „L'apprentice Sorcier“ und Strauss' „Tritsch-Tratsch-Polka“ kommen auch einige sehr bekannte Melodien auf „Fantasia“ vor, die Kindheitserinnerungen an den Disney-Klassiker „Fantasia“ und diverse Hollywoodstreifen wachrufen. Das exzellente Spiel der Chinesin bleibt aber größtenteils den Kennern vorbehalten. Damit auch ja niemand an den Fähigkeiten der jungen Chinesin zweifelt, gibt Wang in sehr guter Tonqualität ruhige Passagen Schuberts ebenso intensiv wieder wie Horowitz' Ausbrüche. Natürlich fehlt das gewisse Gefühl, dass so ein Piano-Konzert live ausstrahlt, doch mit einer ordentlichen Anlage und etwas Vorstellungskraft gibt es mit Yuja Wangs neuen Aufnahmen wieder eine gut gelungene Gelegenheit die große Klassik-Bühne ins Heim zu bringen.

Anspieltipps:

  • Schubert: Gretchen Am Spinnrad
  • Chopin: Tempo Giusto
  • Rachmaninov: No. 4 in B Minor

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