O Emperor - Hither Thither - Cover
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O Emperor Hither Thither


  • Label: K&F Records/Broken Silence
  • Laufzeit: 52 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Insgesamt bietet das mit Balladen überladene Debüt zu viele unscheinbare Momente, die sich nicht entscheiden können, womit sie den Hörer umgarnen wollen.

Die Zeitverschiebung zwischen Irland und dem Festland Europas ist immer wieder erstaunlich. Schon vor geraumer Zeit konnten die Neulinge O Emperor den Erfolg ihres Debüts (Platz 6 in den irischen Albumcharts) in der Heimat feiern und erst jetzt dürfen wir uns ein Bild dieser unkonventionellen Rockband machen, die auf vorgefertigte Erfolgspfade pfeift und auf ganz viel Instrumentalstärke setzt. Der Fünfer aus Irland kommt jetzt also auch bei uns mit ganz und gar nicht Massen orientierter Musik zum Zug.

Schon „Don Quixote“ klingt farbenfroh aus den Boxen und weiß mit gefälligem Pop/Rock-Riff zu punkten. Eine melodisch unauffällige, aber musikalisch äußerst interessante Nummer, die Piano und Slide-Gitarre zu einer Mischung aus Western und Dinner-Party werden lässt, bevor ein federleichter Part der Akustik-Gitarre Streicher das Klangbild übernehmen lässt. So pompös muss man ein Intro erst mal ausklingen lassen. Dagegen verwundern die beiden Vorab-Singles der Band „Po“ und „Sedalia“, die beide schon als ruhige Pianoballaden mit den wabernden Gitarren im Hintergrund durchgehen könnten. Keine schlechten Nummern, die sich allerdings zu sehr an ihrer Stimmung aufhängen und vergessen, den Hörer mit einzubeziehen.

Überhaupt sind die ruhigen Nummern eher atmosphärisch und laden nicht dazu ein am Thema der Songs teilzunehmen. Die mitunter psychedelischen Passagen wie in „Heisenberg“ sind zwar durchaus interessant anzuhören, packen den Hörer aber weiterhin nicht, sondern lassen ihn nur distanziert beobachten. Erst mit „Don't Mind Me“ wird die Musik wieder so greifbar wie im Opener, da diese Ballade sich nicht ganz so abgehoben gibt. So muss man aber auch festhalten, dass diese leichteren Nummern mehr oder minder jegliche Faszination verlieren. „Don't Mind Me“ und „“Catch-22“ sind süß, niedlich, doch auch nichts sagend.

Dann verstecken sich die fünf jungen Herren wieder hinter Tonergüssen, die in „All Worked Out“ wie eine Mischung aus Queen und Morrichone daherkommen. Dazu fehlt allerdings noch der knackige Chorus und die passenden Strophen. Die Stärke von O Emperor liegt klar im instrumentalen Bereich, wenn man nicht gerade einen Dauerbesuch im Land der psychedelischen Balladen geplant hat. Diese machen den Hauptteil des Albums nämlich aus und sind zumeist eine Entschuldigung dafür, dass die griffigen Melodien fehlen. Nur selten sind die Stücke zumindest so emotional wie der eigentliche Abschluss „The Fat Lady Sings“. Hier stimmen Gesang und Instrumente miteinander ein und ergeben ein kleines Kunstwerk.

Insgesamt bietet das mit Balladen überladene Debüt aber zu viele unscheinbare Momente, die sich nicht entscheiden können, womit sie den Hörer umgarnen wollen. Auch die beiden Bonustracks ändern nicht viel am durchwachsenen Gesamtbild, das immer wieder mehr andeutet, gerade im instrumentalen Bereich, aber einfach nicht die richtige Mischung findet.

Anspieltipps:

  • Don Quixote
  • Sedalia
  • The Fat Lady Sings

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