Eric Bibb - Deeper In The Well - Cover
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Eric Bibb Deeper In The Well


  • Label: Dixie Frog/Fenn Music
  • Laufzeit: 52 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Für wen das Urlaubsgeld wieder nicht für den Karneval in New Orleans reicht, der kann zumindest hier die Klangfarben des amerikanischen Südens genießen.

Der Ausdruck „Roots“ wird gerne mit Blues-Musiker Eric Bibb in Verbindung gebracht. Der gebürtige New Yorker wurde erst mit über 40 zum Teil der großen, erfolgreichen Musikgemeinde der typischen Südstaatenmusik Amerikas. Denn auch wenn Bibb aus der gefühlten Hauptstadt der Vereinigten Staaten von Amerika kommt, klingt seine Musik wie jene, die man den Menschen in Louisiana, New Orleans zuschreibt. Die Mischung aus afrikanischen, französischen, spanischen, karibischen und natürlich amerikanischen Einflüssen, die sich im Blues wiederfinden, reizten Bibb schon immer und auch auf „Deeper In The Well“ versucht er diesen Reiz dem Hörer beizubringen.

Eric Bibb, bekannt für seine akustische Herangehensweise, kümmert sich nicht um die Genre-Grenzen und lässt Experten seine Musik betiteln und Einflüsse aufzählen wie sie wollen. Er hingegen will die Musik einfach fühlen. Authentisch, intim und mit viel Emotion und Lebensgefühl zimmert Bibb auf „Deeper In The Well“ keine Hit-Single-Sammlung, sondern eine organische, spannende Musikreise quer durch das, was wir im allgemeinen Blues nennen würden. Schon „Bayou Belle“ reißt geneigte Hörer mit seiner authentischen Art mit. Besonders die Streicher geben durch das ganze Album weg den besonderen Touch der Musik aus Louisiana mit. Aber es sind natürlich nicht nur die Streicher, sondern auch Banjos, Drums, Tamburin, Harmonica, Mandoline und viele andere Instrumente, die dem Flair des Albums zu Gute kommen.

Wer sich nicht sofort zurückversetzt fühlt in die heißen Sommer im Sumpfgebiet der Südstaaten, der wird mit dem recht freien Gedudel Bibbs nicht warm werden, allen anderen bleibt allerdings nichts übrig, als sich dem Blues zu ergeben, der ohne zu viel Dramatik, aber sehr intensiv auf den Hörer einwirkt. Ohne einen einzigen Aussetzer manövriert sich Eric Bibb mit Hilfe seiner exzellenten Gastmusiker durch schnelle Nummern („Dig A Little Deeper In The Well“), genauso wie durch Mundharmonika zentrierte Stücke, die den Blues langsam und eindringlich mit auf den Weg geben („Boll Weevil“). Für wen das Urlaubsgeld wieder nicht für den Karneval in New Orleans reicht, der kann zumindest die Klangfarben des amerikanischen Südens genießen und sich bei geschlossenen Augen von der schwülen Hitze der Atmosphäre gefangen nehmen lassen.

Anspieltipps:

  • Bayou Belle
  • If We're Not Moving Up
  • Music

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