Farrar/Johnson/Parker/Yames - New Multitudes - Cover
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Farrar/Johnson/Parker/Yames New Multitudes


  • Label: Concord/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 50 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

„New Multitudes“ ist in seiner Art im Geiste, wie auch in der Umsetzung bedeutsam, rundum gelungen und verdient – frei nach der Film- und Medienbewertung – das Prädikat „besonders wertvoll“.

Woody Guthrie lebt! Der zu Lebzeiten politisch sehr aktive Guthrie (er wäre dieses Jahr 100 Jahre alt geworden) ist gerade in Amerika ein Name, der nicht allzu schnell in Vergessenheit geraten wird. Auf Initiative seiner Tochter trafen sich nun die Musiker, Farrar, Johnson, Parker und Yim Yames, um dem Idol ein weiteres Denkmal zu errichten. Hierfür wurden alte Notizbücher und Aufzeichnungen Woody Guthries durchforstet, um unverbrauchte Texte des Sängers und Denkers ans Tageslicht zu fördern. Mit Hilfe der vier dem Americana verschriebenen Singer/Songwriter ist ein eigenständiger Mix herausgekommen, der die Stimme des Geburtstagskindes in einem neuen Licht scheinen lässt.

Textlich sind die 12 von Farrar und Co. komponierten Stücke keine Offenbarung, treffen aber immer den Nerv. Dass die „Hoping Machine“ „out of order“ (außer Betrieb) ist und Hoffnung ausbleibt, trifft den Hörer genauso, wie die „Careless Reckless Love“ präzise die egozentrischen Seiten der Liebe beschreibt. Dass diese Texte aber überhaupt so gut ins Ohr gehen, ist den vier Würdenträgern dieses Albums zu verdanken. Die Ehre, Guthrie ein weiteres Mal aufleben zu lassen, spiegelt sich in der vielseitigen Spielfreude der vier Folk-Musiker wieder. Dazu kommt es dem Hörer durch die verschiedenen Sänger und Ansätze nicht so vor, als würde eine Person Woody Guthrie imitieren, sondern viel eher, als würde ihm ein Tribut gezollt.

Das klingt mal mehr nach R.E.M., wenn die E-Gitarren aufblühen und der raue Gesang poppig klingt (z.B. „Old L.A.“, „My Revolutionary Mind“), aber an anderer Stelle auch nach ehrlichem, zerbrechlichen Folk mit viel Seele. Das wunderbare an dieser Mischung ist, dass die ruhigen Akustikstücke genauso punkten („Talking Empty Red Blues“), wie der eingängige Rock. Es gibt sogar Momente in denen man sich im Glauben ertappt, Guthrie selbst hätte es nicht besser machen können. Wie euphorisch Farrar, Johnson, Parker und Yim Yames das Projekt 100 Jahre Woody Guthrie angehen, wird auch dem Letzten in „Changing World“ mit Aboriginals-Folk deutlich.

„New Multitudes“ ist in seiner Art im Geiste, wie auch in der Umsetzung bedeutsam, rundum gelungen und verdient – frei nach der Film- und Medienbewertung – das Prädikat „besonders wertvoll“.

Anspieltipps:

  • Changing World
  • Hoping Machine
  • Old L.A.

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