Memoryhouse - The Slideshow Effect - Cover
Große Ansicht

Memoryhouse The Slideshow Effect


  • Label: Sub Pop/CARGO
  • Laufzeit: 43 Minuten
Artikel teilen:
8/10 Unsere Wertung Legende
3.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Songs von Memoryhouse verschmelzen zu einer gefühlvollen, intelligent instrumentierten Gesamtheit, welche noch lange nachhallt.

Das kanadische Duo Memoryhouse war ursprünglich nur als reines Kunst-Projekt des Komponisten Evan Abeele und der Fotografin Denise Nouvion gedacht. In einer Multimedia-Ausstellung wurden die Fotos und Kurzfilme von Denise mit den instrumentalen Stücken von Evan untermalt und so der Startschuss für eine Musik-Karriere gelegt, die sich langsam aus den Kunst-Installationen formte und nun ein überzeugendes Debütalbum namens „The Slideshow Effect“ zu Tage fördert.

Auch wenn als Namensgeber des Duos der deutsche Neo-Klassik Komponist Max Richter mit seinem Debüt „Memoryhouse“ aus dem Jahr 2002 (Re-Release in 2009) fungierte, ertönen die Klänge der Kanadier in den Gefilden von Folk- und Dream-Pop mit nur leichten Klassik-Anleihen. Eine wahrhaft dichte, vereinnahmende Atmosphäre setzt sich im Verlauf von „The Slideshow Effect“ in den Köpfen der Hörer fest und zeigt Memoryhouse als bis ins Detail ausgereifte Formation voller zarter Eroberungskünste. Ihre Bandbreite wird schon früh auf dem Album zur Schau gestellt, wenn im Opener „Little Expressionless Animals“ schleichend die dunklen Electro-Beats gemeinschaftlich mit tragisch ausufernden Streicher-Passagen und dem lieblich anziehenden Gesang von Denise sanft munden. In „The Kids Were Wrong“ wird das Tempo angezogen, der E-Gitarre und dem (Indie-)Pop deutlich mehr Luft gelassen, so dass die nachdenkliche Seite von Memoryhouse einen tanzbar beschwingten Gegenpart erhält. Dennoch arbeiten hier die Songs nicht gegeneinander. Vielmehr greifen sie während der gesamten Spieldauer ineinander und schweben in wundervollen Sphären.

Musikalisch über jeden Zweifel erhaben wird gleichermaßen im Dream-Pop mit Folk-Einflüssen und Shoegaze samt gelegentlichen Klassik-Einflüssen angedockt. Dabei stehen stets griffige Melodien der von nachdenklich bis überschwänglich hoffnungsvoll reichenden Stimmung gegenüber. „Heirloom“ schreitet so gutgelaunt voran, wie „Bonfire“ mit seiner Slide-Gitarre zweifelt und das als kostenloser Download erhältliche „Walk With Me“ über die weiten Felder weht. Die Songs von Memoryhouse verschmelzen so zu einer gefühlvollen, intelligent instrumentierten Gesamtheit, welche noch lange nachhallt.

Anspieltipps:

  • Little Expressionless Animals
  • All Our Wonder
  • Heirloom
  • Walk With Me

Neue Kritiken im Genre „Indie-Pop“
5/10

Mints
  • 2017    
Diskutiere über „Memoryhouse“
comments powered by Disqus