Hooray For Earth - True Loves - Cover
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Hooray For Earth True Loves


  • Label: Memphis Industries/INDIGO
  • Laufzeit: 41 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Hooray For Earth schaffen es mit Leichtigkeit, in die Weiten entrückter Elektronik-Landschaften vorzudringen, kommen jedoch nicht ohne Fehltritte aus.

Als Songwriter, Produzent und Sänger hat Noel Heroux den unbestritten größten Anteil am Debütalbum „True Loves“ von Hooray For Earth. Zusammen mit Bassist Christopher Principe, Schlagzeuger Joseph Ciampini und den Sängerinnen Jessica sowie Cristi Jo Zambri vom New Yorker Industrial/Electro-Pop Gespann Zambri befinden sich Hooray For Earth in der Schnittmenge von The Naked And Famous, Neon Indian und ähnlich gelagerten, derzeit sehr erfolgreichen Acts. Dennoch schaffen es Hooray For Earth mit Leichtigkeit, ihre eigene Suppe zu kochen, in die Weiten entrückter Elektronik-Landschaften vorzudringen und den Longplayer zur Hälfte mit zwingenden Songs zu bestücken.

Für das Mixing stand Chris Coady bereit, der schon für Beach House, die Yeah Yeah Yeahs und TV On The Radio einen beeindruckenden Sound hervor zauberte und „True Loves“ in ein ähnlich schillerndes Gewand kleidet. Von einer Soundtrack-artigen Atmosphäre, die den Hörer ins Weltall trägt und schon beim Opener „Realize It‘s Not The Sun“ farbenfroh übermannt, lebt dieses Album. Bei „Last Minute“ erscheint aufgrund dichter Synthesizer/Streicher-Fanfaren sowie tänzelnden Percussions unweigerlich eine Romanze zwischen Außerirdischen vor dem inneren Auge und treibt diese in „Sails“ durch kernige Beats und umgarnende Melodien voran, so dass spätestens beim Titeltrack mit seinem Tribal-Drumming sowie Industrial-Effekten die Faszination für Hooray For Earth auf einem wesentlichen Level angekommen sein sollte.

Eine gewisse Affinität zum Electro-Pop der Achtziger und der darauf aufbauenden psychedelischen Auswirkungen der letzten Jahre samt Soundtrack-Ästhetik vorausgesetzt, überzeugt Noel Heroux mit seiner Truppe durch einen angenehm bindendem Suchtfaktor. Manch Fehltritt sei den Amerikanern dennoch eingestanden, zum Beispiel dann, wenn in „Hotel“ allzu viele rosa Elefanten den Blick ins Hooray For Earth angestammte Weltall verklären, der Kitsch überhand nimmt. Gar schlimmer wird es beim R‘n‘B meets Industrial-Entwurf „No Love“, der zwischen „funky“ Beats, Saxophon und klebrigem Achtziger-Chic keine Heimat findet und die deutlich schwächere zweite Hälfte von „True Loves“ bestätigt. Einzig „Black Trees“ kreiert dort die magisch anziehende Sogkraft, welche die ersten Songs so stark gemacht hat. Manch Ausreißer mäßigt daher die Freude an einem anfangs zielstrebig zündenden Werk.

Anspieltipps:

  • Last Minute
  • Sails
  • True Loves
  • Black Trees

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