Ronin - Fenice - Cover
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Ronin Fenice


  • Label: Santeria Records
  • Laufzeit: 41 Minuten
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
4.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Zu sehr wird die Musik herunter gespult und Ideen versickern durch zu arge Wiederholung.

Bruno Dorella ist vielen Menschen kein geläufiger Name. Von Spaghetti-Western bis Opernsänger rät man bei dem Musiker lange, bis man zu seiner Profession gelangt. Aber wie auch? Dorella ist ein Freund von instrumentaler Musik, die auf den großen Märkten bekanntlich nicht zu den Spitzenverdienern gehört. Noch dazu hebt sich Ronin als Band dann auch nicht mal durch Experimente, besondere Stilrichtungen und Sonstiges hervor. Hier wird einfach nur Rockmusik betrieben, die zumeist für den berühmten Ritt in den Sonnenuntergang zu gebrauchen ist.

„Spade“ ist für ein Instrumental-Album ein nahezu unscheinbarer, sehr vorsichtiger Opener, der kaum Akzente setzt, sondern eher eine fortlaufende Szene in unserer Fantasie untermalen soll. Aufgrund der Linearität des Liedes meint man, dass man eine Karaoke Version eines Stückes hört. Genau dieses Problem hat man auf „Fenice“ aber noch öfter. Während auch „Selce“ mit viel Blues, aber ohne großartige Höhepunkte artig im Hintergrund läuft, kann „Benevento“ dazwischen zwar für echtes Rockgefühl sorgen, ohne dabei aber im Kopf zu bleiben.

Erst mit „Jambiya“ traut sich Ronin unter Dorella das erste Mal aufzufallen. Südländische Gitarrenriffs im Stile vonThe Mars Volta bleiben zwar dezent, aber geben dem Stück eine Klangfarbe, die es auch ohne Gesang trägt und nicht zu eingängig wirken lässt. Dass die Eingängigkeit der Stücke im Zusammenhang mit ihrer Ruhe und ohne Gesang nicht zu funktionieren scheint, zeigt „It Was A Very Good Year“, dass mit markanter, schräger Frauenstimme plötzlich doch Gesang liefert. Nach einer depressiven ersten Hälfte kommt wieder beschwingter Blues, der jedoch nicht zu laut werden will. Dazu wird dieselbe Melodie immer wiederholt und schnell hat sich das Lied für den Zuhörer tot gespielt.

Ronin schaffen es auf „Fenice“ schlicht zu keinem Zeitpunkt zu überzeugen. Zu sehr wird die Musik herunter gespult und Ideen versickern durch zu arge Wiederholung, was bei Instrumentalstücken einfach zu stark auffällt. Das wirkt wie Hintergrundmelodien für einen Film, die sich nicht selbst tragen können. Wer zu den Melodien von Ronin schwelgen kann, der wird einige Freude haben können, wenngleich er nicht zu viel Abwechslung erwarten darf. Man ist in Stimmungen gefangen, die nur selten die Intensität von z.B. Mogwai erfahren.

Anspieltipps:

  • Jambiya
  • Gentlemen Only
  • Benevento

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