Elsewhere - 1981 - Cover
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Elsewhere 1981


  • Label: Saol/H'ART
  • Laufzeit: 42 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Wo am Anfang noch hier da ein Solo und ein paar (unglückliche) Synthesizer für Abwechslung suchen, waten die Lieder nur noch stringent voran und vergessen dabei, dem Hörer einen musikalischen Knochen vorzuwerfen, an dem man sich austoben kann.

Aus Boston gibt es viel Musik, die auch in Deutschland eingeschlagen hat. Vorzeigeprodukt sind wohl die Irish-Rocker Dropkick Murphys, doch das ist nicht alles, was die Stadt im schwer zu schreibenden US-Staat Massachusetts zu bieten hat. Der neueste, aufbegehrende Stern der Rockkultur heißt Elsewhere und ist ein traditionelles Rocktrio, das auf Stimmenverstärker und Effekte weitgehend verzichtet. R.E.M. in Reinkultur, wenn man so will. Das liegt auch an Sänger Michaels Gesang, wobei allerdings zu klären bleibt, ob Elsewhere zu einer Rock-Sensation fähig sind oder nur eine B-Seiten-Sammlung an den Tag legen.

Tatsächlich darf man sich nach der Vorab-Single „Before The Stars Align“ Hoffnungen machen, dass das Trio aus Boston Chancen hat, im Kopf der Hörer zu bleiben. Die Riffs sind knackig, der Gesang ist für alle, die R.E.M. Mochten mehr als passabel anzuhören und die Melodie nimmt zumindest mit. Auch der Opener und „To The Surface“ Folgen der Philosophie des Uptempo-Rocks, der die eher langsam vorgetragenen Strophen trägt. Soweit so gut und noch ahnt man nicht, was das solide Grundgerüst der ersten Songs noch tragen muss. Trotz des ein oder anderen Tempowechsels („Waiting Fo A Spot“) gleicht sich die Stimmung der Lieder immer weiter an, bis es schwer wird, die Melodien von „Marginal“ und „Connection“ von „Faces And Places“ zu unterscheiden.

Der zugegebenermaßen eingängige Rock verliert mit andauernder Spielzeit seinen Charme und es wird offensichtlicher, dass keine Ohrwürmer und interessanten Griffe die Lieder mehr retten. Wo am Anfang noch hier da ein Solo und ein paar (unglückliche) Synthesizer für Abwechslung suchen, waten die Lieder nur noch stringent voran und vergessen dabei, dem Hörer einen musikalischen Knochen vorzuwerfen, an dem man sich austoben kann. So spult sich das immer gleiche Gerüst ab, bis man die Songs kennt, bevor das Lied richtig begonnen hat. So routiniert rockt der Rock gar nicht mehr so sehr, wie er doch dank der natürlichen Herangehensweise sollte.

Anspieltipps:

  • Before The Stars Align
  • 1981
  • To The Surface

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