Cirque Royal - We Come In Peace - Cover
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Cirque Royal We Come In Peace


  • Label: Intono Records/Rough Trade
  • Laufzeit: 43 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Optimisten freuen sich in erster Linie über das Potenzial, welches von Konstanz aus hoffentlich auf ganz Deutschland überschwappt.

„We Come In Peace“ versprechen die vier Jungs aus Konstanz, die sich den klangvollen Namen Cirque Royal gegeben haben. Sich selbst in en Space-Rock einordnend, kommen sie erstaunlich nah an eine deutsche Version von Placebo heran. Wen an Placebo der nasale Gesang störte, der wird hier erlöst. Trotzdem gleicht die Art des vorsichtigen Post-Rocks stark dem großen Vorbild. „We Come In Peace“ legt gleich als Power-Pop/Rock-Nummer ordentlich los und fegt den Staub vom Radio-Pop aus den Boxen.

Mit ordentlich Kraft hinter den Melodien liefern die Konstanzer gleich zu Beginn ein Feuerwerk aus Melodien, Hooklines und interessantem Rock. Was man früher noch Alternative nennen mochte, klingt bei dieser Band durch ihren Post-Rock-Ansatz ehrlich durch und ist keine Entschuldigung, um die Band interessanter erscheinen zu lassen. Der Opener und das anschließende „Safety Numbers“ sind mit das Beste, was deutsche Rockproduktion je hervorgebracht hat. Fehlerlos und mit genug Zugkraft schleudern sich diese Lieder problemlos ins Ohr und bleiben dort. Mit „Run“ wird nebenbei auch noch die neue Teenager-Hymne für den aufkeimenden Frühling abgeliefert. Emotional, weiterhin hart und verdammt Massen kompatibel ohne Ausverkauf zu betreiben.

Neben weiteren Top-Nummern wie „Rats“ und „The Flames That Ease Your Pain“, die noch vielen Fans auf Konzerten und Festivals Freude bereiten werden, probiert sich die Band auch am „echten“ Post-Rock. Ganz ablegen können sie ihren eigentlich weichen Kern aus den bereits genannten Nummern jedoch nicht. So fragt man sich während „The Sun Will Rise From The West“ und in der Bridge von „Kick!“ wer die Truppe plötzlich ausgewechselt hat. Space-Rock-Einlagen mit epileptischen Saxophon-Einlagen und halbherzige Gitarrenwände blasen weder Fans noch Feinde des harten Instrumentalrocks aus dem Sessel. Allein der Schlusspunkt „Passion Pulled The Trigger“ liefert zum Abschluss eine ordentliche Wall of Sound, die den Hörer in andere Sphären katapultiert.

„We Come In Peace“ ist also nicht so fehlerfrei wie es der Auftakt erhoffen ließ. Der halbgare Post-Rock und auch die ein oder andere uninspirierte Nummer (z.B. „MNKY FRNT“) in der zweiten Hälfte des Albums schmälert den ganz großen Eindruck des Auftakts. Bleiben tut jedoch immer noch eine Hand voll richtig starker Rockmusik Made in Germany! Gerade zum Download bieten sich die genannten Stärken des Albums an, aber es ist auch auf keinen Fall so, als sei das Gesamtpaket eine Enttäuschung. Optimisten freuen sich in erster Linie über das Potenzial, welches von Konstanz aus hoffentlich auf ganz Deutschland überschwappt.

Anspieltipps:

  • We Come In Peace
  • Safety Numbers
  • Run

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