Olli Schulz - SOS - Save Olli Schulz - Cover
Große Ansicht

Olli Schulz SOS - Save Olli Schulz


  • Label: Trocadero/INDIGO
  • Laufzeit: 42 Minuten
Artikel teilen:
8/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Er versteht es, reduziert mit Gitarre und Schlagzeug instrumentierte Stücke in einer Wonne aus erzählerischer Alltagstragik sowie kumpelhaftem Brachialhumor zu formen.

Vor drei Jahren markierte „Es Brennt So Schön“ den Solo-Einstand des Songwriters Olli Schulz, nachdem er bereits zusammen mit Max Schröder (Tomte, Hansen Band) als Olli Schulz Und Der Hund Marie auf dem Label Grand Hotel Van Cleef Alben zwischen Melancholie und punktgenauem Humor ins Ziel lenkte. Ob mit seiner Kolumne „Erotik aus Deutschland“ in der Sendung NeoParadise auf ZDFneo, auf seinen Tonträgern oder vor allem live: Der in Berlin lebende Hamburger versteht es wohl wie kein anderer deutschsprachiger Singer/Songwriter, reduziert mit Gitarre und Schlagzeug instrumentierte Stücke in einer Wonne aus erzählerischer Alltagstragik sowie kumpelhaftem Brachialhumor zu formen. Dazu kommt eine feinsinnige Ironie und nun also „S.O.S. - Save Olli Schulz“, das diese Komponenten erneut großartig vereint.

Antreibend eröffnet „Wenn es gut ist“ samt schwungvollem Schlagzeug und melodieseliger Gitarre das Album, indem es textlich die Hand auf die Schulter des Freundes legt und trotzig das ständige Weitermachen in den Mittelpunkt stellt. Im folgenden „Irgendwas fehlt“ verewigt sich die filigran gespielte Gitarre und der authentische Herzschmerz derart im Herzen, so dass sich die Repeat-Taste als steter Begleiter empfiehlt. Nach diesem ernsthaften Auftakt bringt der Ska/Reggae-Anklang und Vocoder-Gesang in „Ich kenn‘ da ein“ die Selbstironie ins Spiel, während bei „Ich dachte, Du bist es“ vollmundiger instrumentiert Streicher das Bild stimmungsvoll vervollständigen.

Schließlich standen auch Gäste, wie unter anderem Walter Schreifels und Gisbert Zu Knyphausen Olli Schulz hilfreich zur Seite, die den Grundelementen Gitarre und Schlagzeug ergänzend Chor-Gesang, Klavier und Streicher zufügen. Neben dieser instrumentalen Dichte wie auch Folk-typischer Kargheit geben die Texte ebenso eine umfassende Bandbreite ab. Diese sind nach wie vor Herzstück einer Olli Schulz-Platte. Die Balance zwischen Schenkelklopfer-Witz, bissiger Ironie und trauriger Romantik aus den betonierten Wüsten der Republik wird in Songs wie „Spielerfrau“, „H.D.F.K.K.“ und „Koks & Nutten“ auf die Spitze getrieben. Das sind nur Auszüge einer in der Gesamtheit textlich und instrumental erobernden Scheibe, die Olli Schulz erneut mit scharfen Sinnen und hoher Songwriting-Qualität beschenkt zeigt.

Anspieltipps:

  • Irgendwas Fehlt
  • Ich Dachte, Du Bist Es
  • Koks & Nutten
  • Phosphormann

Neue Kritiken im Genre „Indie-Pop“
5/10

Mints
  • 2017    
Diskutiere über „Olli Schulz“
comments powered by Disqus