Ill - Gotten Gains - Cover
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Ill Gotten Gains


  • Label: Glassville Records/ALIVE
  • Laufzeit: 40 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

„Gotten Gains“ ist ganz sicher kein Quell an sprudelnden Ideen, doch der Dreier vermengt seine unzähligen Querverweise dermaßen geschickt, dass einem die guttenbergische Herangehensweise zu keinem Moment sauer aufstößt.

Eine dezente Coverreferenz an das letzte Alice In Chains-Studioalbum mit Layne Staley und schon sind die Ohren gespitzt. „Gotten Gains“, das zweite Album der amerikanischen Hardrocker rund um Sade-Gitarrist und Sänger Ryan Waters, Damion Goodpaster (Piano, Gesang, Synthesizer) und Marlon Patton (Schlagzeug), hätte derartige Promotion allerdings gar nicht nötig, denn der Sound des Trios spricht eigentlich für sich. Hier wird nämlich auf jegliche Innovationen einfach gepfiffen und nach Lust und Laune das Beste aus den letzten 50 Jahren Rockgeschichte zusammen getragen und zu einem stimmigen Ganzen verwoben.

Da treffen Black Sabbath auf Lenny Kravitz („One time“), die Riffs braten in der brütenden Hitze einer Queens Of The Stone Age-Nummer („There are worse things than being alone“), 7 Minuten lange Soundgarden-Eruptivgesteine wie „Christine“ breiten sich langsam aus um den mit einem Widerhaken versetzten Stachel schlussendlich besonders tief in das Innere des Hörers zu treiben, Whiskey getränkter Southern Rock rinnt die durstige Kehle hinunter („A“) und wenn nicht gerade hitverdächtige Kompositionen aus den Lautsprechern prasseln, die gut und gerne von Pearl Jam oder Alice In Chains stammen könnten („Finches“, „Pearls“), dann atmet ein Song wie „Castration“ eben den Blues seiner Vorfahren und mischt diesen mit offenherziger Punk-Attitüde mit Hang zum latenten Post Grunge-Destruktivismus.

Nein, „Gotten Gains“ ist ganz sicher kein Quell an sprudelnden Ideen, doch der Dreier vermengt seine unzähligen Querverweise dermaßen geschickt, dass einem diese guttenbergische Herangehensweise während der 40 Minuten Laufzeit in keinem Moment sauer aufstößt oder die Freude am Hörgenuß nimmt. Für höhere Ebenen im Olymp des Hardrock qualifizieren sich Ill damit zwar nicht, aber wer eine souverän eingespielte Platte mit viel Dreck, rotzigen Riffs und einer variablen Stimme, die das komplette Spektrum aus Rockröhre und Kopfstimme abdeckt (und eine Pianoballade wie „Gold and opal“ somit sinnvoll veredelt), für längere Autofahrten oder als anspruchsvollere Berieselung sucht, der wird mit vorliegendem Silberling sicherlich wunschlos glücklich.

Anspieltipps:

  • A
  • Christine
  • Castration

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