Cannibal Corpse - Torture - Cover
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Cannibal Corpse Torture


  • Label: Metal Blade/Sony Music
  • Laufzeit: 44 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Der blutrote New Yorker Hackschnitzelverein hat eine weitere Großtat abgeliefert und stellt mit „Torture“ für alle Fans und Neueinsteiger des Genres einen Pflichtkauf.

Cannibal Corpse dürften langsam aber sicher vom Vomitory-Virus befallen sein, denn ähnlich wie die nimmermüde Brutal Death-Kapelle aus Schweden (das letzte Album nannte sich „Opus Mortis VIII“), legen auch George „Corpsegrinder“ Fisher (Gesang), Pat O´Brien (Gitarre), Rob Barrett (Gitarre), Alex Webster (Bass) und Paul Mazurkiewicz (Schlagzeug) mit zunehmendem Alter immer perfektere Alben vor, die dem zwischenzeitlich etwas eingerosteten Death Metal der Anfangstage ordentlich die Sporen geben. Darüber hinaus fällt die 12. Schlachtplatte namens „Torture“ in das dem Untergang geweihte 2012, was bislang bei den Vertretern der extremeren Musikstile wie Aborted („Global Flatline“), Asphyx („Deathhammer“), Goatwhore („Blood For The Master“) oder Napalm Death („Utilitarian“) für hervorragende bis ausgezeichnete Platten sorgte.

In diesem Sinne trampelt die New Yorker Kapelle schon nach kurzem Auftakt in „Demented aggression“ auf irgendwelchen menschlichen Überresten herum, drosselt in „Sarcophagic frenzy“ kurz die Herzfrequenz um in „Scourge of iron“ vollständig in Leichenstarre zu verfallen und sich als träge schleppendes Biest an sein Opfer heran zu schleichen und das immer wieder kurz aufblitzende Messer in Form von donnernden Doublebasssalven schlussendlich tief in dessen Eingeweide zu versenken. Gezielte Raserei statt blinde Wut ist dann auch bei den folgenden Kompostionen das Motto und wenn der Hörer nicht gerade massive Prügel bezieht und vom brachialen Groove beglückt in den nächstbesten Fleischwolf springt („Followed home then killed“, „As deep as the knife will go“, „Crucifier avenged“), dann beherrschen an einem stetig wechselndem Riff herumkauende Songs die Szenerie („Intestinal crank“) oder ein beeindruckendes Basssolo erklingt inmitten der blutrünstigen Tötungsorgien („The strangulation chair“).

Willkommen sind vor allem die kleinen Details, die z.B. einer Nummer wie „Caged...contorted“ eine Karriere als absoluter Live-Knaller vorhersagen lässt oder die allgemeine, technische Versiertheit der Truppe, die mit nicht selten progressiven Rhythmuswechseln das Niveau auf einem hohen Level hält. Zum Abschluss haben sich zwar noch zwei schwächere Stücke auf „Torture“ verirrt, doch obwohl „Rabid“ und „Torn through“ keine beispielhafte Wirkung für das 12. Album von Cannibal Corpse besitzen, so eignen sie sich in ihrer Rolle als flinkes Todesbleimassaker vorzüglich als Ventil zum Dampf ablassen. Im 25. Jahr ihres Bestehens hat der blutrote New Yorker Hackschnitzelverein damit eine weitere Großtat abgeliefert und stellt für alle Fans und Neueinsteiger des Genres einen Pflichtkauf dar.

Anspieltipps:

  • Scourge Of Iron
  • Caged…Contorted
  • Followed Home Then Killed
  • As Deep As The Knife Will Go

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