Shinedown - Amaryllis - Cover
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Shinedown Amaryllis


  • Label: Roadrunner/WEA
  • Laufzeit: 44 Minuten
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Herkömmlicher Alternative Rock mit harten, flotten und schunkeligen Nummern. Für den nächsten Michael-Bay-Blockbuster, Nickelback und Goo Goo Dolls-Anhänger wärmstens zu empfehlen!

„We like to challenge our audience“ – Schon bevor dem ersten Durchgang von „Amaryllis“, dem vierten Album der US-Alternative Rocker Shinedown, klingt diese Äußerung wie ein schlechter Witz, noch dazu wenn in der gleichen Veröffentlichungswoche die progressiven Nervenbündel von The Mars Volta ein neues Album („Noctourniquet“) auf den Markt bringen. Trotz dieser nicht ganz zutreffenden Einstimmung auf den neuesten Longplayer von Brent Smith (Gesang), Zach Myers (Gitarre), Eric Bass (Bass) und Barry Kerch (Schlagzeug) darf man nicht außer Acht lassen: Typischer US-Mainstream-Rocksound kommt eigentlich nie aus der Mode und ist unter bestimmten Voraussetzungen betrachtet sogar zeitlos. Ob der Hörer beim Abspielen einer Alter Bridge-, 3 Doors Down- oder Live-Platte nun unbedingt „gefordert“ werden muss, ist dahingehend zweitrangig.

Mit „Amaryllis“ („An amaryllis is a flower that grows in the desert. It grows out of nothing in a wasteland of a desert and at a time of year when nothing else is growing around it.”) heißt es für die vier Amis jedenfalls an dem mit Platin veredelten Vorgänger „The Sound Of Madness “ (10/2008) anzuschließen und diesen Erfolg vielleicht sogar zu überbieten. Um dieses Vorhaben zu erreichen hat erneut Produzent Rob Cavallo (Green Day, My Chemical Romance, Kid Rock) im Studio Platz genommen und das Material auf Massentauglichkeit geprüft. Das führt dann neben der herkömmlichen Mischung aus harten („Enemies“, „My name (wearing me out)“, „Adrenaline“), flotten („Nowhere kids“) und schunkeligen Nummern („Miracle“) im Alternative Rock-Gewand, selbstverständlich auch zu Kandidaten für den Soundtrack zum nächsten Michael-Bay-Hollywoodblockbuster („I´m not alright“), von Pathos durchsetzten und von einem 30-köpfigen Orchester getragenen Kompositionen („Unity“) oder einer klaviergestützten Hommage für alle Goo Goo Dolls-Anhänger („I´ll follow you“).

Im Prinzip klingt das alles eine Spur authentischer und ehrlicher als z.B. bei Nickelback, der Nährwert von vor Schmalz triefenden Exemplaren wie „Through the ghost“, bei denen Pauken, Streicher und Kirchenglocken (!!!) eine gewichtige Rolle im Klangkleid einnehmen, tendiert dennoch gegen Null. Als Wattebausch mit hartem Kern machen es einem Shinedown daher nicht immer einfach zwischen ganz ordentlich und mies zu unterschieden, jedoch überwiegt auf „Amaryllis“ zusätzlich dieses ermüdende Gefühl alles schon einmal woanders frischer und besser gehört zu haben. Als hartgesottener Alternative Rock-Fan könnte das noch reichen um die Platte für längere Zeit im Abspielgerät zu belassen, der Rest hingegen darf sich beruhigt anderen „Herausforderungen“ widmen.

Anspieltipps:

  • Amaryllis
  • My Name (Wearing Me Out)

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