Jürgen Attig - Aventureiro - Cover
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Jürgen Attig Aventureiro


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 51 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Die höhepunktarme Tour durch Jürgen Attigs Welt auf „Aventurio“ wird jedoch gerade wegen den fehlenden Ausreißern und einfangenden Melodien nicht allzu viele Menschen begeistern und entführen können.

Jürgen Attig aus Hildesheim. Das klingt erst mal typisch deutsch. Umso erstaunter ist der Hörer dann, wenn ihm 50 Minuten Bossa-Nova um die Ohren gesäuselt werden. „Aventureiro“ ist kein Herzschmerz-Schlager-Pop, der alte Damen verwegen umgarnt, sondern eine (fast) kostenlose Reise ins Klangausland. Mit einer Reihe weiterer Instrumental-Spezialisten hat der in Hamburg residierende Musiker ein World-Music-Werk aus dem Boden gestampft.

Attig wirft auf „Aventureiro“ keine Singles ab, die sich an der Spitze der Charts bräunen wollen. Viel mehr liegt es ihm daran, den Hörer in eine gänzlich neue Klangwelt einzuladen. Dabei ist er so rücksichtslos und risikofreudig. Während sein Titeltrack wirklich sonnig atmosphärisch aus den Boxen strahlt und gemütlicher Gitarren-Pop mit Bossa-Nova-Einschlag bietet, sorgt gleich der zweite Song des Albums „White Viper Waltz“ für gespaltene Gemüter. Hier kommt die Classic-Rock-Ader der Musiker durch, die mit repetitiven Melodien, die sehr gut gelungenen Rhythmen nervig auf die Probe stellt.

Wenn schon Rock, dann die 90er-Gitarren in „Da Wail“ und lateinamerikanische Gesänge dann lieber gleich wie in „Canarsie“. Wer die Klangfarbo des Calypsos nicht sonderlich ansprechend findet, wird ebenfalls seine Probleme mit diesem „Aventureiro“ bekommen. Die Töne überlagern sich, geben schwammig bunte Klangbilder ab und unterbrechen sich mal mehr, mal weniger mit durchgehend gelungenen Gitarren- und Rhythmuseinlagen.

Wenn man bis nach dem dritten Song in der Tonsphäre Attigs versunken ist, dann wird sich das Album auch fortlaufend als Fremdkörper für den Gehörgang präsentieren. World-Music-Fans kommen dabei wahrscheinlicher auf ihre Kosten, als Instrumental-Rock-Freunde. Zu sehr dominiert der lateinamerikanische Geist das Album, was auch so gewollt ist. Die höhepunktarme Tour durch Jürgen Attigs Welt auf „Aventurio“ wird jedoch gerade wegen den fehlenden Ausreißern und einfangenden Melodien nicht allzu viele Menschen begeistern und entführen können.

Anspieltipps:

  • Canarsie
  • Aventureiro
  • The Pan Handler

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