Sexion D´Assaut - L´Apogee - Cover
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Sexion D´Assaut L´Apogee


  • Label: Epic/Sony Music
  • Laufzeit: 76 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Sexion D'Assaut haben sich diesmal gesteigert und bieten dem Hörer die volle HipHop-Dröhnung ohne zu langweilen.

Eine der erfolgreichsten französischen Rap-Gruppen nennt sich Sexion D'Assaut, die europaweit ebenso durchstarteten. Trotz offen vorgetragener Homophobie erklimmen die acht Rapper regelmäßig die Charts, auch wenn ihr Bekanntheitsgrad erst seit ihrem tanzbaren Single-Hit „Desole“ außerhalb Frankreichs anstieg. Nun veröffentlichen sie schon Album Nummer Vier beim Branchenriesen Sony, der trotz aller Kontroversen das HipHop-Talent der afrikanisch stämmigen Combo erkannt hatte. Ihr Erfolg in Frankreich erklärt sich neben ihrem musikalischen Talent wohl aus ihrer übernommenen Rolle des Sprachrohrs der unterdrückten jungen farbigen Männer der Pariser Vorstädte, die kaum Lebens-Perspektiven besitzen. Ihr internationales Debütalbum „L´école Des Points Vitaux“ punktete mit schroffen Texten und dem Einsatz von vielen Rappern und Geräusch-Samples innerhalb eines Songs.

Nach dem letztjährigen eindimensionalen wenig innovativen „Les Chroniques Du 75“glänzen die neuen Tracks mit musikalischer Abwechslung. Weiterhin regiert der Sprechgesang großflächig, doch ist diesmal musikalisch mehr Variation zu hören. Die flotten Beats inklusive Gitarrenklänge bei „Ma direction“ und das housige „Wati House“ mit künstlichen Dancebeats oder das basslastige „Laissez moi ivre“ (nur auf der Digital-Version) illustrieren die Bandbreite des achtköpfigen Rapkollektivs plus zahlreicher Gäste. Gleich siebzehn neue Tracks, in der Digital-Version sind es noch fünf mehr, warten auf den HipHop-Hörer und sie enttäuschen diesmal selten: „Melrose Place“ hat einen englischen Titel, es wird aber wie immer durchgehend französisch gerappt und recht eingängiges und radiotaugliches Material mit verschiedenen Rap-und Singstimmen dargeboten. „La Tache” glänzt mit Pianoklängen, die mit wütendem Sprechgesang und diversen Nebengeräuschen kombiniert werden, was eine interessante Mixtur und guten Hip Hop darstellt. Dagegen gehört „Paname Allons Danser” zur neu erfundenen Kategorie Rap-Ballade, das muss man einfach nicht nur wegen der durchgeknallten Schlusssequenz gehört haben.

Sexion D'Assaut haben sich diesmal wieder gesteigert und bieten dem geneigten Hörer die volle Hip Hop-Dröhnung ohne zu langweilen. Blendet man die zeitweise grenzwertigen Texte aus, dafür fehlt den meisten auch die Sprachkenntnisse, gelingt dem Rapkollektiv ein wirklich gutes Album, welches dem Genre wieder mit frischen musikalischen Ideen, ohne den altmodischen Rap zu vernachlässigen, vormacht, dass Rap aus Frankreich nicht nur wegen der schönen Sprache gut klingen kann.

Anspieltipps:

  • Ma Direction
  • Wati House
  • La Tache
  • Paname Allons Danser

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