DJ Ötzi - Simply The Best - Cover
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DJ Ötzi Simply The Best


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 55 Minuten
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1/10 Unsere Wertung Legende
3.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Selbst Fans werden mit der halbherzigen Country-Pop-Mischung nur schwer warm werden.

Eigentlich dürfte DJ Ötzi es nicht nötig haben, sich selbst mit alternden Country-Stars zu zitieren. Auch wenn man über die Qualität der Musik des Tirolers gerne streiten darf, ist sein Erfolg in Europa nicht wegzureden. Durchgehend Top-10-Alben z.B. in Österreich sollten ein gewisses Polster erschaffen haben. Vielleicht aber auch ein Polster gegen Kritik, die dem 41-Jährigen Ausverkauf vorwerfen. Zusammen mit den Bellamy Brothers wird Ötzi im besten Fall jedoch ignoriert. Selbst Fans werden mit der halbherzigen und zudem englischsprachigen Country-Pop-Mischung nur schwer warm werden.

Gleich zu Beginn tut „Hotel Angel“ richtig weh. Ein schlecht ins Englische übersetzter Text und die fragwürdige Aussprache des Österreichers steigern sich gegenseitig in grausige Höhen. Schwach auf der Brust durch den akustischen Einschlag der Gitarren der Bellamy Brothers wird selbst die entspannte Hüttengaudi nicht warm. „Like A Star“ hingegen gehört zu den stärkeren Momenten des Albums, da hier – scheinbar mit kleinerem Budget – das Lied einfach nur in die neue Sprache transferiert wurde. Das geht auf Nummer Sicher, aber ist ganz gewiss nicht kreativ.

Als völlige Stimmungsbremsen kommen die Lieder der Bellamys daher, die das Tempo und die Stimmung immer wieder auf den Kopf stellen und durch den versucht poppigen Ansatz als schlimme Radiomusik untergehen. Anstatt das sinkende Schiff mit Anstand sinken zu lassen, geben sich DJ Ötzi und seine „Stargäste“ aber eine knappe Stunde die Ehre ohne Aussicht auf Besserung. Der Druck der Gassenhauer „Hey Baby“ und Konsorten geht vollkommen verloren und die Country Musik verkauft sich auf sehr traurige Art für den Pop des erfolgreichen DJ Ötzi.

Was das Album gerade so über die Ziellinie bringt, sind die vielen bekannten Melodien, die an mancher Stelle fast schon Spaß machen, wenn man die Produktion und Machart ausblenden kann. Aber dann ist der Hörer wahrscheinlich auch besser beraten, wenn er das Album im Laden stehen lässt und die Lieder auf dem Weg nach Hause selber summt.

Anspieltipps:

  • Like A Star
  • Islands In The Stream

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