Blood Red Shoes - In Time To Voices - Cover
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Blood Red Shoes In Time To Voices


  • Label: Cooperative/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 39 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Nach dem schwierigen Zweitwerk, das alles in allem eine Enttäuschung gegenüber dem famosen Debüt war, berappelt sich das Brightoner Doppel nun einigermaßen.

Ein drittes Album der Blood Red Shoes ist keine Selbstverständlichkeit. Der Intensität ihrer Musik gemäß durchlebt das Duo seit vier Jahren auf ihren ausgedehnten Touren eine Achterbahnfahrt der zwischenmenschlichen Gefühle. Laura-Mary Carter and Steven Ansell haben sich auf der Bühne schon öffentlich getrennt, sind in Prag handgreiflich gegeneinander geworden, haben sich mit Türstehern geprügelt, Ansell wurde in einer Biker-Bar verhaftet und auch schon mal von Prostituierten beraubt. So harmonisch das Alternative Rock-Duo in ihren Call and Response-Refrains und Covershootings erscheint, die Blood Red Shoes sind kein Selbstläufer.

Nach dem schwierigen Zweitwerk, das alles in allem eine Enttäuschung gegenüber dem famosen Debüt „Box Of Secrets“ war, berappelt sich das Brightoner Doppel einigermaßen und legt ein solide-gutes drittes Alternative Rock-Album der äußerst gefühlsintensiven Sorte vor. Okay, die zwingenden Riff-Harmonien voller Druck und Intensität des Debüts werden auch hier nicht erreicht, aber deshalb ist „In Time To Voices“ kein schlechtes Album. Es hat, fast gänzlich ohne Kracher, Seele. Wie Carter und Ansell über Kälte singen, schreien und dabei mit ihren Instrumenten alles herausstampfen was verarbeitet gehört lässt, wenn auch nicht unbedingt mitsingen, so doch mitfühlen („Cold“). Auch in den ruhigeren Minuten beweisen sie ein adäquates Gespür für den richtigen und kitschfreien Gefühlsausdruck („Two Dead Minutes“, „Night Lights“). Insgesamt wendet sich ihr schwerer Sound der US-amerikanischen Spielart des Alternativ Rock zu und bewegt sich ein wenig weg von britischen Rock-Harmonien, eine Entwicklung nicht unähnlich der Arctic Monkeys, die weniger etwas mit Ländervorlieben, als mit einer tiefer gehenden Verinnerlichung der Mutter allen Rocks zu tun: dem Blues.

Und der Blues steht den Blood Red Shoes gut, wenn auch freilich Luft nach oben bleibt in sphärisch drückenden, guten, aber ausbaufähigen Songs wie „Stop Kicking“, „Slip Into Blue“ oder „Down Here In The Dark“. Nach dem immer schwierigen Zweitwerk, das ein starkes Debüt bewältigen musste, ist mit „In Time To Voices“ ein Grundstein gelegt für einen nächsten großen Wurf dieser jungen britischen Rock-Band.

Anspieltipps:

  • Cold
  • Two Dead Minutes
  • Down Here In The Dark

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