Frankie Rose - Interstellar - Cover
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Frankie Rose Interstellar


  • Label: Memphis Industries/INDIGO
  • Laufzeit: 33 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Auch wenn der Spannungsbogen nicht auf ganzer Linie beständig bleibt, gelingt Frankie Rose ein stimmiges Werk zweier Musikwelten.

Frankie Rose war bereits Mitglied der Vivian Girls, Dum Dum Girls und Crystal Stilts, doch auch schon ihr Solo-Debüt „Frankie Rose And The Outs“ aus dem Jahr 2010 markierte einen gelungenen Einstand im stets süßlich gefärbten Kaugummi-Pop, der Indie-Amerika so gut steht und kontinuierlich mit Veröffentlichungen zur Stelle ist. Ein wenig überraschend und vor allem überaus wohltuend ist der Sound auf „Interstellar“, dem zweiten Solo-Werk der Amerikanerin. Ihm wohnt ein weiter, halliger Klangkosmos inne, der in der Ästhetik dem Wave-Pop der Achtziger huldigt, doch viel wärmer und nahbarer aus den Boxen dringt.

Die in Brooklyn lebende Sängerin und Autorin nimmt dabei ihre Vergangenheit des Girl-Pop mit auf diesen entrückt strahlenden Longplayer voller synthetischer Eleganz und zündendem Songwriting. Schon bei „Know Me“ zeigt sich die Melodiedichte aus einprägsamem Gitarrenspiel, ein an The Cure‘s „Close To Me“ erinnernder Drum-Beat und lieblich anschmiegsame Vocals. Aus dem effektvoll bestückten Nebel in „Daylight Sky“ schält sich der wabernde Synthesizer und „Pair Of Wings“ verzückt den Hörer endgültig. Electronica und Ambient stehen Pate, brauchen nicht viel mehr als das Piano und Frankie Roses umarmende Stimme. „Had We Had It“ folgt diesem träumerischen Ansatz, der eine großartige Wärme ausstrahlt und nichts desto trotz nach einem beschleunigten Gegenpart verlangt.

Auf den Punkt genau kommt einem „Night Swim“ samt filigranem Gitarren-Einsatz und soundtrack-artigen Mystik-Klängen entgegen, wodurch das Tempo der Gesamtwirkung zuträglich wieder angehoben wird. Dennoch neigt „Interstellar“ mit der Zeit zu einer etwas zerfaserten Ausrichtung, die den anfänglich belebenden Pop zugunsten von atmosphärisch abstrakten Elementen zeitweise komplett verdrängt. Damit verpasst es, Frankie Rose den Spannungsbogen aus sonnigem Indie-Pop und dunklem Wave-Klangbild bis zum Ende hochzuhalten. Dennoch gelingt ihr ein stimmiges Werk zweier Musikwelten.

Anspieltipps:

  • Know Me
  • Daylight Sky
  • Pair Of Wings
  • Night Swim

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