Curtis Stigers - Let´s Go Out Tonight - Cover
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Curtis Stigers Let´s Go Out Tonight


  • Label: Concord/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 45 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein gesunder Umgang mit Gefühlen, der musikalisch angenehm in die Gehörgänge geht.

Die Wege scheiden sich, wenn man niemandem mehr etwas zu beweisen hat. In der Populärmusik tun sich Großmeister oft schwer, sich selbst neu zu erfinden. U2 und auch Metallica – ja, Metallica ist Teil der Populärkultur – suchen verkrampft nach neuen Formeln, die von Fans nicht immer begeistert aufgenommen werden. Dann gibt es da noch Gegenbeispiele wie AC/DC, die einfach das machen, was sie schon vor zwei Dekaden gemacht haben. „Faul“, schimpfen das die Kritiker, aber der Fan weiß gleich, worauf er sich einlässt.

In einer ganz anderen Dimension folgt auch Curtis Stigers diesem Prinzip. Der Jazzmusiker und Songwriter ist für seine warmherzigen, romantisierenden Texte und den angenehmen Jazz bekannt. Auch Stigers blickt wie die genannten Rockgrößen auf einer mehrere Dekaden andauernde Karriere zurück. Im Gegensatz zu diesen hatte er im Jazz jedoch nie den Druck, den die Pop-Kultur verspürt. Jazz hat sich zeitlos gehalten und wird auch heute noch so angegangen, wie vor vielen Jahren. Wie üblich macht Stigers Hang zur Singer/Songwriter-Ader es aber auch Laien wieder leicht, in seine ruhige Musikwelt einzutauchen.

Das Cover des Albums ist bereits Programm und zeigt die Grundstimmung des Albums. Allein in einer Wohnung sitzend, vielleicht noch mit einem Glas Rotwein und über das Leben nachdenken. Der Trauer („Waltzing's For Dreamers“) wird dabei genauso Platz gemacht, wie der Sehnsucht nach Liebe („Everyone Loves Lovers“). Die Grundstimmung des Albums ist dabei – wie üblich für Curtis Stigers – sehr melancholisch und selbst die schönen Seiten seiner Lieder bekommen einen melodramatischen Beigeschmack.

Aber auch auf „Let's go Out Tonight“ gelingt es dem Jazz-Spezialisten die negative Art seiner Liedtexte in so wunderbar warme Klangkleider zu stecken, dass man nicht anders kann, als zu genießen. Wer also Angst vor suizidal veranlagten Grundstimmungen à la Radiohead, dem wird hier ganz andere Medizin verabreicht. Hier wird Einsamkeit auf eine ganz andere Weise akzeptiert, zelebriert und letzten Endes auch verarbeitet. Das ist ein gesunder Umgang mit Gefühlen, der musikalisch angenehm in die Gehörgänge geht.

Anspieltipps:

  • Things Have Changed
  • You Are Not Alone
  • Waltzing's For Dreamers

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