DeeExpus - King Of Number 33 - Cover
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DeeExpus King Of Number 33


  • Label: earMusic/EDEL
  • Laufzeit: 53 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
3.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Faszination an sehr lang geratenen Rocknummern voller Haken und Ösen muss vorhanden sein, um der Musik DeeExpus' folgen zu können.

In Schachteln zu denken, vereinfacht Ansichten nicht immer. Ein gutes Beispiel dafür ist der Progressive-Rock. Unbestritten gehören Tool und The Mars Volta eben diesem Genre an und doch gibt es nur wenig Fixpunkte, an denen man Vergleiche ziehen möchte. Versucht man aber doch irgendwie zu vergleichen, dann ist man mit klassischen Vertretern wie Porcupine Tree besser beraten. Gerade und auch durch Hinzunahme des ehemaligen Marillion-Mitglieds Mark Kelly wirken die vielen Keyboard-Einlagen wie der inzwischen Dekaden alte Traum von zukunftsorientierter Musik.

DeeExpus geht zum zweiten Mal mit einer LP an die Öffentlichkeit und am aufregendsten ist auf den ersten Blick die Tracklist. Der Titeltrack thront dort als 26minütiges Werk über allem anderen und sieht quantitativ wie eine Kampfansage an all die großen Vertreter der progressiven Musik aus. So möchte man fast glauben, dass die vorigen drei Lieder nur Fingerübungen sind, die als Aufwärmübung für das Mammutwerk entstanden sind. Dabei würde man den Classic-Prog-Nummern zu Beginn Unrecht antun, wenn man sie so auf die Seite legt.

„Me And My Downfall“ ist - genau wie die anschließende Hymne „Maybe September“ - der feuchte Traum eines jeden Alt-Prog-Rockers. Die Keyboards überschlagen sich nur so, liefern mindestens so vertrackte Licks wie die Gitarren und so mag man sich an Soli gar nicht satt hören. Der 90er-Jahre-Sound des Ganzen bleibt aber kleben wie Zuckerwatte. Die Faszination an sehr lang geratenen Rocknummern voller Haken und Ösen muss vorhanden sein, um der Musik DeeExpus' folgen zu können.

Ausgerechnet der große Titeltrack offenbart sich als zugänglichstes Werk, das stark an genannte Porcupine Tree erinnert. Mit Spoken-Word-Opener („Chapter I“) und der Ballade, die zum Rocker wird („Chapter II“, das somit „Maybe September stark ähnelt) wird eine Ansammlung aus sechs separaten Songteilen geboten, die in ihrer Länge verträglicher als das Eingangsduo erscheinen. Nur selten werden die fünf Minutenmarken angetastet und so werden Melodien und Riffs wohldosiert über die Chapter hin verteilt.

Wem der Auftakt schon gefallen hat, dem wird hier noch mal alles geliefert, was bereits versprochen und geboten wurde. Anstatt sich neu zu erfinden, regnet ein Feuerwerk an Gitarrensoli und Keyboardsoundlandschaften auf den Hörer hinab, bis er sich nichts Anderes mehr als eben diese Klangwelt vorstellen kann. Die hymnische Art des Gesangs wird dabei genauso wenig verändert wie der 90er-Jahre-Sound der Musik und so verabschiedet sich auch das „Memo“ in diesem Sinne. So ergeben sich nicht 26minütige Brocken, sondern vielmehr ergibt sich ein harmonisches Gesamtpaket, das über die volle Spielzeit genau das liefert was es verspricht. Keinen Akkord mehr, aber auch nicht weniger.

Anspieltipps:

  • King Of The Number 33
  • Me And My Downfall
  • Marty And The Magic Moose

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