Addison Groove - Transistor Rhythm - Cover
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Addison Groove Transistor Rhythm


  • Label: 50 Weapons/Rough Trade
  • Laufzeit: 50 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Antony Williams alias Addison Groove trifft den Nerv der Zeit – haltbar bis: siehe neuer Trend!

Wenn man nicht gerade in der Szene ist, erscheint es wie ein Wunder, dass ausgerechnet Addison Groove die moderne UK-Bass-Szene beherrschen soll. So minimalistisch und frei von Melodien bewegt sich Antony Williams unter seinem Pseudonym, dass es schwer fällt, sich zu den zuerst uninspirierten Tracks wie „Rudeboy“ und „Beeps“ begeisterte Massen vorzustellen. Und doch ist genau diese Reduktion etwas, dass die Clubgänger zu begeistern und noch viel mehr – zu faszinieren scheint.

Addison Groove ist sicherlich eine Abwechlsung zur in den letzten Jahren gewachsenen Dub-Step-Szene. Er selbst gehörte dieser an, erlaubt sich unter dem Pseudonym aber höchstens abgespeckte Versionen im Genre. Hier fängt natürlich auch der Streit zwischen Hardcore und Clubhörer an. Ist Skrillex wirklich Dubstep oder wie Deadmau5 eher Electro/Dance zuzuordnen? Hält Addison Groove in Wirklichkeit die Flagge fürs Genre hoch? Distanziert man sich von diesen Fragen und hört auf seine Ohren, bleibt aber genau diese reduzierte Dance-Musik.

Die Erfolgsformel, die schon Addison Grooves Überhit „Footcrab“ groß gemacht hat, wird hier artig angewandt und nur selten dürfen sich Pitches und Drops erdreisten, den puren Klang aus Voice-Samples und Bass zu stören (so z.B. in „Sooperlooper“). Die Protagonisten sind und bleiben die kräftigen Bässe, die auf lauten Anlagen den Fußboden zum wackeln bringen. Im Gegensatz zu dieser Kraft präsentiert sich die Musik darüber eher hypnotisch und während der zweiten Hälfte des Albums sogar einer Lounge entsprechend.

Wem nach teilweiser an die letzten Dekaden erinnernden Tanzmusik für die Clubs hängt, der findet in Stücken wie „Incredibly Exhaustes Bunny Ears“ plötzlich Elemente, die in den 80ern das letzte Mal Mode waren. Stilsicher bleibt der DJ seinem Minimalismus treu. Die Bässe gehen unweigerlich ins Blut, wirken aber nur bei aufgedrehter Lautstärke und kräftigem Bass. Ansonsten verführt die Musik kaum zu Bewegung und ist etwas für Minimal-Spezialisten. So ist Addison Groove seine Nischenmusik gut gelungen und zurzeit trifft sie den Nerv. Ob diese Musik jedoch aus außerhalb seiner Klangwelt für Eindruck sorgen wird ist fragwürdig. Zu sehr verlässt sich der DJ hier auf die Machart der Musik, anstatt die nötigen Haken einzubauen, an denen die Hörer hängen bleiben.

Anspieltipps:

  • Incredibly Exhausted Bunny Ears
  • Bad Things
  • Sooperlooper

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