Digger Barnes - Every Story True - Cover
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Digger Barnes Every Story True


  • Label: Hometown Caravan/CARGO
  • Laufzeit: 36 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Digger Barnes stellt die beruhigende Oase gegen die strapazierenden Musikreisen von Hochglanz-Pop und Hirnmassagen-Rock dar.

Beschallung kann in verschiedener Hinsicht erwünscht sein. Manch Hörer ist darauf aus, bei jedem neuen Hördurchgang ein gänzlich anderes Abenteuer als beim letzten Mal zu erleben. Solche Menschen machen große Bögen um Musiker wie den Americana-Singer/Songwriter Digger Barnes. Dieser stellt nämlich die beruhigende Oase gegen die strapazierenden Musikreisen von Hochglanz-Pop und Hirnmassagen-Rock dar. Minimalistische Akustikmusik mit viel Herz und einer Ruhe, die nicht jeder weg hat.

Seit Johnny Cash gibt es allerdings auch in der Sparte amerikanischer Folk-Sänger genug Perlen, als dass das gewählte Genre Barnes etwas Besonderes gibt. So überrascht der Auftakt des neuen Albums mit seinen Singer/Songwriter-Balladen „Long Way“ und „Pure As Gold“ kein bisschen. Beides schöne Nummern mit Barnes' für sein Aussehen zu alt anmutender Stimme, die sich mit Streichern und weichen Dur-Klängen an den Hörer schmiegen. Nett, hübsch, aber keinesfalls genug, um ein kurzes Album von neun Tracks zu Prägnanz zu verhelfen.

Rechtzeitig mit „Devil's Child“ unterfüttert Digger Barnes das Album mit düsteren, beinahe psychedelischen Klängen. Ein gruselig anmutendes Piano, verwaschen durch das Mischpult unterstützt eingängige Banjos und fertig ist ein Schauer-Song der von Neil Diamond stammen könnte. Diese mysteriöse Stimmung bleibt bis „There's A Fire“ erhalten, wenn sogar Barnes' Gesang in einem Dickicht aus Verzerrung zu verschwinden droht. Abermals bekommt „Every Story True“ jedoch rechtzeitig die Kurve und bietet wieder kuschelige Streicher-Arrangments in „The Letter“.

Die Leichtigkeit der ersten beiden – romantischen – Nummern ist de Album allerdings verloren gegangen und eine nachdenkliche melancholische Note mischt sich endgültig auch unter die strukturell einfacheren Lieder. Natürlich werden einige argumentieren, dass „So Low“ die romantische Leichtigkeit des Auftakts wiederfindet und „The Real Way“ ebenfalls beschwingt mit seinen südländischen Rhythmen daherkommt. Letzterer Song wirkt jedoch wie ein Ritt auf dem Rücken eines Kamels quer durch die Prärien Texas'. Normal ist anders. Und so muss man erstaunt zugeben, dass es Digger Barnes erstaunlich gut gelingt in gerade mal 9 Liedern eine Vielzahl an Stimmungen zu erzeugen.

Anspieltipps:

  • Long Way
  • So Low
  • There's A Fire

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