Marina & The Diamonds - Electra Heart - Cover
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Marina & The Diamonds Electra Heart


  • Label: Atlantic/WEA
  • Laufzeit: 50 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
7.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein Schritt vor, zwei zurück. Hit-Produzenten und eine möchtegern-ironische Künstlerin verderben den Brei.

Der Karrierestart mit dem soliden Debütalbum „The Family Jewels“ (05/2010), das immerhin eine Gold-Auszeichnung auf der britischen Insel erhielt, der herrlich ironischen Hitsingle „Hollywood“ sowie einem gewonnenen MTV Award entsprach zwar nicht ganz den hochgesteckten Erwartungen der Waliserin mit griechischen Wurzeln, doch Marina Diamandis (26) ist seitdem ein fester Begriff im aktuellen Pop-Zirkus.

Mit ihrem zweiten Album „Electra Heart“ will die 26-Jährige nun die nächste Stufe erklimmen und in die Champions League der Popmusik vordringen. Was lag deshalb näher, als auf die Künste von Produzenten wie Greg Kurstin (u.a. Lily Allen, P!nk, Natasha Bedingfield, Sophie Ellis-Bextor) und Lukasz Gottwald (u.a. Kelly Clarkson, Avril Lavigne, Katy Perry, Britney Spears, Rihanna, Ke$ha) zu vertrauen, die mit ihrem Sound seit einer geraumen Zeit eine ganze Generation weiblicher Popstars (siehe Klammereinträge) prägen. Doch damit gibt Marina Diamandis nicht nur ihre rebellische Attitüde auf, die sie trotz eines Majordeals auf ihrem Debüt ausstrahlte, sondern auch eine gehörige Portion ihrer musikalischen Identität, die nun mit einem (zwar topaktuellen) Sound ziemlich verwässert wird und Unterschiede zwischen ihr und zum Beispiel Katy Perry oder auch Ke$ha nur schwer erkennbar machen.

Fakt ist: Nur wenige Künstlerinnen haben das Potenzial und das Format, um in der aktuellen Massenproduktionsflut wiedererkannt und tatsächlich wahrgenommen zu werden. Deshalb tut sich Marina Diamandis keinen Gefallen, ihre Songs durch die Verpflichtung genannter Produzenten in eben jene Richtung zu trimmen. Das führt u.a. dazu, dass Lieder und Songtitel, die vermutlich ironisch gemeint sind, als das komplette Gegenteil durchgehen („Bubblegum bitch“, „Teen idle“, „Sex yeah“, „Starring role“) und damit ihre Wirkung völlig verfehlen. Eingängig sind diese zwar trotzdem, nur eben auf einer Ebene, die das künstlerische Empfinden in Bezug auf Marina & The Diamonds um ein gutes Stück in der Publikumsgunst zurücksetzt.

Anspieltipps:

  • Hypocrates
  • Primadonna
  • Starring role
  • Valley oft he dolls
  • The state of dreaming

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