Sabaton - Carolus Rex - Cover
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Sabaton Carolus Rex


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 45 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Grundsolider und straighter Power Metal aus Schweden: Hymnenhaft, melodisch, bombastisch.

Seit 1999 haben es sich die Schweden Sabaton zur Aufgabe gemacht guten, alten Power Metal im Sinne von Bands wie Gamma Ray, Helloween aber auch Hammerfall in ihrer Musik aufleben zu lassen. Ihren eigenen Stil fanden die Metaller aus Falun, Dalarna, recht schnell. Besonders das Thematisieren von geschichtlichen Ereignissen, vor allem Kriege, machten sie zu ihrem Trademark. Auf der fünften Langrille „Carolus Rex“ zelebrieren sie ihren Stil konsequent weiter: Ein pfeilschneller, hymnenhafter Power Metal treibt besonders dem geschichtsinteressierten Metaller Tränen in die Augen. Sabaton, das sind Joakim Brodén (Gesang und Geschichtsstudium), Pär Sundström (Bass) sowie die drei Neuzugänge Chris Rörland, Thobbe Englund (beide Gitarre) und Robban Bäck (Schlagzeug), haben sich sogar extra den Historiker Bengt Liljegren als Berater ins Boot geholt. „Carolus Rex“ ist dabei als Konzeptalbum angelegt: Das thematisierte Schwedische Königreich, angesiedelt in der Zeitspanne von 1561 bis 1721, dient als Inspiration für die zehn Kompositionen und wurden gezielt in der Muttersprache Sabatons geschrieben und erst im Nachhinein ins Englische übersetzt. Musikalisch zeigt man sich weiterhin kompromisslos. Besser gut kopiert, als schlecht geklaut lautet das Motto.

So gehen Sabaton nach dem fast schon obligatorischen Intro keine Risiken ein und zünden mit „The Lion From The North“ einen bandtypischen Opener, der in seiner Form und Konzeption auf jedem Album des Backkatalogs hätte stehen können. Das ist sicherlich nicht innovativ, aber grundsolide und macht wie immer Spaß auf mehr. Der lateinische Refrain ist inklusive - Diesmal sogar grammatikalisch einwandfrei! „Gott mit uns“ (richtig gelesen!) folgt ebenfalls dem altbekannten Schema und mausert sich zu einer rockenden Happy Metal Nummer. Dass Bombast ein nicht mehr wegzudenkendes Stilmittel der Schweden ist, wird in „A Lifetime Of War”, „The Carolean's Prayer” und im Titeltrack bewiesen. Man hat es hier mit herrlich kraftvollen und melodischen Kompositionen zu tun, die im Refrain richtig aufblühen und zu hymnenhaften Epen mutieren. Rhapsody Of Fire und Blind Guardian dürften da richtig neidisch werden. Und das mit Recht!

„1 6 4 8“, Killing Ground“ und „Poltava“ machen keine Gefangene. Wer in der zweiten Dekade des 21sten Jahrhunderts auf der Suche nach melodischem und traditionellem Power Metal ist, der straight nach vorne brettert ohne sich selbst zu überladen, ist hier genau richtig. Hohe Geschwindigkeit, Männerchöre, Joakim Brodéns ikonische Reibeisenstimme und Singalong-Refrains laden nicht nur zum Zerstören der Nackenmuskulatur sondern auch Schunkeln ein. Die Schweden zeigen hier, was sie am besten können. Das mag zwar auf den Vorgängeralben zur Genüge bewiesen worden sein, macht aber trotzdem immer wieder Laune! Mit den schmissigen „Long Live The King“ sowie „Ruina Imperii“, ein von Keyboards getragenem und komplett in schwedischer Sprache eingesungenem Midtempo-Rocker, klingt das Album furios aus.

„Carolus Rex“ ist letztendlich Fanservice. Wer Sabaton schon vorher mochte, wird blind zugreifen und das bekommen, was zu erwarten war. Die Flagge des traditionellen und mitreißend-melodischen Metals wird weiterhin gehisst. Und während andere Bands zwanghaft versuchen immer wieder eine Innovation zu etablieren, arbeiten die fünf Nordmänner konsequent daran ein unverfälschtes, grundsolides Power Metal Erlebnis zu bieten. Das ist immer wieder ein Tanz auf dem Vulkan, denn „Carolus Rex“ könnte auch glatt als Selbstplagiat durchgehen. Ob sich bereits erste Abnutzungserscheinungen breit machen, muss jeder Hörer selbst entscheiden. Zumindest in Ansätzen zeigt sich, dass sich die seit jeher gewählten lyrischen Ergüsse langsam aber sicher erschöpfen und die Idee eines Konzeptalbums klar Abhilfe schaffen sollte. Fakt ist und bleibt aber, dass das, was die Band macht, ein durchaus hohes Niveau besitzt. Und der Markt ist schließlich auch gegeben.

Anspieltipps:

  • Gott mit uns
  • A Lifetime Of War
  • The Carolean's Prayer
  • Killing Ground

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