Slash - Apocalyptic Love - Cover
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Slash Apocalyptic Love


  • Label: Roadrunner/WEA
  • Laufzeit: 65 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung
7.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Mann mit dem Zylinderhut Featuring Myles Kennedy And The Conspirators.

Lange hat es Gitarrist Slash (46) ohne eine feste Band an der Seite nicht ausgehalten. Zudem wollte Slash so einen Aufwand wie für sein 2010 Album mit fast zwei Dutzend (!) Gaststars nicht wiederholen. Denn so schön solche Ideen auch sein mögen, am Ende des Tages klingen Allstar-Alben meist irgendwie wie mühsam zusammengebastelte Puzzleteile, aus denen, wenn‘s hochkommt, maximal eine Handvoll echter Highlights herausstechen. So lautete das Fazit für das „Slash“-Album (04/2010) dann auch: „Als eindeutiger Gewinner am Mikrophon steigt im Übrigen Alter-Bridge-Frontmann Myles Kennedy aus dem Ring, der den authentischsten Eindruck im Umgang mit den Slash-Songs hinterlässt. Haben wir hier vielleicht den neuen Velvet-Revolver-Sänger gehört?“

Und siehe da: Nachdem Velvet Revolver weiterhin auf Eis liegen (und dort auch besser bleiben sollten!) und Alter Bridge gerade Pause haben, hat sich Slash tatsächlich Myles Kennedy (42) als Sänger und zweiten Gitarristen ins Boot geholt. Dazu stießen noch die beiden Kanadier Todd Kerns (Bass) und Brent Fitz (Drums) – und fertig ist die Laube! Zusammen heißt die Band nun etwas eckig „Slash Featuring Myles Kennedy And The Conspirators“.

„Apocalyptic Love“ wurde komplett von Slash und Myles Kennedy im Alleingang geschrieben und komponiert und auf analogem Material aufgenommen. Nur einmal half Produzent Eric Valentine (Queens Of The Stone Age, The All-American Rejects, Good Charlotte) als Co-Komponist aus. Das hört sich in der Tat nach einem Dream Team an. Deshalb ist es nicht bös gemeint, wenn Kennedy am Mikro die beste Axl-Rose-Kopie aller Zeiten abgibt und Slash so gut es geht Riffs, Licks, Hooks und das Feeling alter Songs von Guns N´ Roses zu reproduzieren versucht.

So besteht der größte Spaß im Zusammenhang mit „Apocalyptic Love“ darin, die vielen Parallelen zu den GNR-Gassenhauern aus den späten 80er Jahren, frühen 90er Jahren herauszuhören. Und diese sind wirklich reichlich vorhanden. Ganz besonders wer die Kracher auf „Appetite For Destruction“ (07/1987) kennt (und wer kennt die nicht?!), sollte sich bei Tracks wie „One last thrill“, „No more heroes“, „Halo“, „Not for me“ oder auch „Shots fired“ einen Notizblock zur Seite legen.

Doch bevor zu große Euphorie ausbricht: Ja, Myles Kennedy besitzt eine hervorragende Stimme, die perfekt zum Gitarrensound von Slash passt. Und ja, Slash ist der lebendige Gott des Gitarrensolos im Hardrock. Aber haben beide als Songschreiber auch die Songs im Köcher, mit denen Geschichte geschrieben werden kann? Hier lautet die klare Antwort: nein! „Apocalyptic Love“ ist zwar ein kurzweiliges Album mit, ähem, wieder einmal netten Songs, aber keines, das mehr als einen Sommer heile übersteht. Das Werk klingt insgesamt zwar runder als das Stückwerk auf „Slash“, doch es sollte sich jeder Hörer hinterfragen, wie er zu dem Album stehen würde, wenn darauf nicht die Herren Slash und Kennedy zu hören wären, sondern Meier, Müller und Schulze. Diese würde vermutlich mit einem Lächeln und den Worten „gut gemeint, Jungs“ durchgewunken werden. Mehr aber auch nicht.

Anspieltipps:

  • Halo
  • Not for me
  • One last thril
  • We will roam
  • Apocalyptic love

Dieser Artikel ging am um 10:27 Uhr online.
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