My Baby Wants To Eat Your Pussy - Writ Of Eskort - Cover
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My Baby Wants To Eat Your Pussy Writ Of Eskort


  • Label: Ass Hammer/CARGO
  • Laufzeit: 46 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

„Lauter, besser, weiter“ ist die klare Devise des Albums.

My Baby Wants To Eat Your Pussy schlagen zurück! Vier Jahre nach ihrem Debüt und zwei nach ihrer gefeierten EP „Grace Is A Beautiful Thing To Lose, My Friend“ kommt nach einem Jahr im Studio „Writ Of Eskort“ in die Plattenläden. Schon die im Internet veröffentlichten Making-Of-Videos sorgten für Vorfreude und die Vorabsingle – das siebenminütige (!!!) „Wild Child“ - ließ Indie-Herzen endgültig höher schlagen. Das extrovertierte Quintett legt einen Kniefall vor Pop-Avantgardisten wie Damon Albarn und David Bowie hin, der sich gewaschen hat.

Der Opener ist eine stampfende Hymne, die laut, esoterisch und hypnotisch auf den Hörer zurollt und ihn mitreißt. Der Opener ist eine Aufforderung zum Leben und mitsingen, samt Miho Hatori-Gedenk-Spoken-Words. Klingt verrückt, ist es auch und macht allen Artrock-Fans ordentlich Laune. Dass es sich um kein Strohfeuer handelt, sondern ein waschechtes Osterfest, beweist das Album mit voranschreitender Zeit mühelos. Zwar wirkt „Stampede“ trotz knackiger Riffs blass neben dem famosen Opener, aber spätestens mit dem ausgeflippten „Sirenes“ setzt sich der verrückt fesche Musikzirkus des Quintetts fort. Hymnische Refrains, leichte Melodien und schwer verdauliches Gefrickel mischen sich zu einer unwiderstehlichen Mischung, auf die selbst mancher Prog-Musiker neidisch wäre.

Nur wenn es leiser wird, kann das Album nicht ganz seine Stärken ausspielen. MBWTEYP stehen für das große Tamtam und so gehen Balladen wie „Anchors Aweigh“ und „Seeker's Scene“ einfach unter. Übel nimmt man das der Band kaum, die sich ansonsten bis zum Letzten verausgabt. Die Gitarren in „Coward's Opera“ erinnern an die Frische der ersten Muse-Platte und zusammen mit dem eindringlichen Gesang, der Bowie zugeordnet werden könnte und Chören ergibt sich ein weiteres Maximal-Schauspiel. Lauter, besser, weiter ist die klare Devise des Albums.

Brit-Rock wird drei Mal durch den Mixer gehauen, bis so abgedrehte Nummern wie „Direction“ und „Hooligan“ herausspringen können. Ist das Gypsie, Alternative, Art oder doch Progressive? Es ist völlig Banane und Rock. Das sind die einzig feststehenden Fakten. Gegen Ende des Albums geht dem omnipräsenten Wahnsinn ein wenig die Puste aus und auch wenn „A Something Incarnate“ und „If At All“ immer noch interessant zu hören sind, ist ihre intim gedachte Eindringlichkeit kein Vergleich zu den Hörnervexplosionen der lauteren Songs. Manch einer wird argumentieren, dass das Album diese Erholungspausen braucht, aber genau diese Lieder nehmen dem Album das Momentum, das so grandiose Nummern wie der Opener insgesamt verdient hätten.

Anspieltipps:

  • Wild Child
  • Sirenes
  • Coward's Opera

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