Barry Manilow - Forever And Beyond - Cover
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Barry Manilow Forever And Beyond


  • Label: We Love Music/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 112 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Nur für Hardcore-Fans von Herrn Manilow: Orchesterschmalz und schwache neue Songs.

Das sogenannte „Barry Manilow Syndrom” ist eine böse Sache. Denn damit bezeichnet man Ohrwürmer wie z.B. Barry Manilows Schmachtfetzen „Mandy“ aus dem Jahr 1974, die am frühen Morgen gehört, den ganzen Tag, egal was man auch tut, nicht mehr aus dem Kopf gehen wollen. Nicht wenige verfluchen Herrn Manilow deshalb für seine extrem eingängigen Melodien, die Mehrheit scheint den New Yorker aber genau aus diesem Grund zu schätzen und würde sich bestimmt über neue Songs aus der Feder Grammy-Gewinners zu freuen.

Jetzt ist es soweit! Nach weit über drei Jahrzehnten im Musikgeschäft, 40 Top-10-Hits und mehr als 80 Millionen verkauften Tonträgern liefert Barry Manilow auf „Forever And Beyond“ das erste selbstgeschriebene Songmaterial seit zehn Jahren ab. Doch Obacht! Dabei handelt es sich um das bereits im Sommer des vergangenen Jahres in den USA auf den Markt gebrachte Studioalbum „15 Minutes“ (06/2011), das hierzulande in Kombination mit einem zweiten Silberling („Live In London“ – auch auf DVD erhältlich) mit den größten Hits des 68-Jährigen unter neuer Flagge unters Volk gebracht wird.

Damit, sowie mit Remix-Versionen von „Copacabana (at the Copa)“, „Can’t smile without you“ und natürlich „Mandy“ von den deutschen Produzenten Mousse T. (Tom Jones, No Angels, Yvonne Catterfeld) und Alex Christensen (Sarah Brightman, Right Said Fred, Michael Bolton) wird das deutsche Publikum auf die ersten Live-Auftritte Manilows seit 20 Jahren vorbereitet. Oder fehlte einfach nur das Vertrauen, ob „15 Minutes“ auch allein funktioniert? Das Album erreichte in den USA zwar die Top 10, sorgte ansonsten aber kaum für Furore, was angesichts des antiquierten Musical-Konzepts im Stile einer Las-Vegas-Revue nicht verwundert.

Barry Manilow erzählt von den Höhen und Tiefen des berühmt seins, dem Verhalten, wenn man es endlich geschafft hat und dem Leben nach dem Absturz. Er nimmt dabei Bezug zu Keith Richards, Britney Spears und Amy Winehouse und verpackt das Ganze in einen zusammenhängenden Songzyklus, der in bester Manilow-Manier reichlich pathetisch daherkommt, aber zu keiner Zeit mit den großen Manilow-Melodien aus den 70er Jahren konkurrieren kann. Und ganz im Ernst: Wer will schon hören, wenn Stars über die Nachteile ihres Ruhms jammern und dabei kein Klischee auslassen?

Songtitel wie „Wine song“, „Letter from a fan“, „Winner go down“, „Trainwreck“ oder auch „Everything’s gonna be alright“ sind die Überschriften eines vorhersehbaren, langweiligen Konzeptalbums, das in Europa wohl tatsächlich wie eine Blei-Ente untergehen würde, wäre da nicht wenigstens das Hitfutter auf CD Nummer zwei. Darauf musiziert Barry Manilow zusammen mit dem Royal Philharmonic Concert Orchestra unter der Leitung von Ron Walters Jr. und trägt damit wenigstens ein bisschen zur Versöhnung bei, obwohl es schon längst kein besonderes Schauspiel mehr darstellt, wenn Pop- oder Rockmusiker zusammen mit einem Orchester agieren. So finden sich am Ende kaum positive Argumente, mit denen sich „Forever And Beyond“ schönreden ließe, es sei denn, man ist Hardcore-Fan von Herrn Manilow.

Anspieltipps:

  • Trainwreck
  • 15 Minutes
  • Written in stone
  • Winner go down

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