Whirr - Pipe Dreams - Cover
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Whirr Pipe Dreams


  • Label: Tee Pee Record
  • Laufzeit: 37 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein Brei aus Krach und Lärm, der Melodien durchgehend unterdrückt.

Beschreibungen für einzelne Genres gibt es zuhauf. Auch für die Beschreibung Hardrock findet man mindestens sieben verschiedene Erklärungsarten und so ist der Psychedelic-Shoegaze-Rock von Whirr nicht gleich Psychedelic, geschweige denn Shoegaze. Das Sextett aus der Bay Area von San Francisco hat über ihr gesamtes Album „Pipe Dreams“ ein übersteuertes Rauschen gelassen, damit man weder von den Instrumenten noch vom Gesang wirklich etwas mitbekommt.

Was sich so überzogen anhört, gipfelt bei Whirr tatsächlich wieder in Unkenntlichkeit der Musik. Texte sind nicht zu verstehen, Gitarren hallen so lange, bis man die eigentliche Melodie im Sumpf aus Störgeräuschen vergisst und am Ende steht das Fragezeichen, wem das bitte Freude bereiten soll. Whirr machen lauten Rock. Egal ob langsam oder schnell, die Lautstärke steht für die Rockband im Vordergrund. Und eben das Element der Unkenntlichkeit. „Hunebouvier“ könnte ein Indie-Hit der Oberklasse sein, wenn die verzerrten Gitarren und der Hall des Schlagzeugs nicht den kompletten Sound des Liedes schlucken würden. Ja, man hört, dass da im Hintergrund emotional gesungen wird, aber ob das jetzt gut ist und was die Botschaft sein soll ist noch unverständlicher als bei modernem R'n'B-Hip-Hop.

Vergleiche mit ...And You Will Know Us By The Trail Of Dead kommen auf, deren große Schwäche zu Beginn es ebenfalls war, dass man den Krach nicht von den famosen Melodien trennte. Die Kombination aus Härte und melodischer Experimentierlust auf ihrem Königsalbum „Souce Tags & Codes“ ist das, was man sich auf „Pipe Dreams“ immer wieder wünscht. Die richtigen Hooklines und Melodien scheinen überall hinter dem Schleier aus Krach, der allen Liedern ihren Reiz nimmt. Wie auf einem schlecht ausgesteuerten Konzert mit Handy aufgenommen werden „Bogus“ und „Flashback“ von ambitioniertem Rock auf dumpfe Laute reduziert. Selbst das Gegenteil im sechsminütigen, minimalistisch gehaltenen „Formulas And Frequencies“ ist am Ende beherrscht von der unsauberen Aura der Produktion. So bleibt der Brei aus Krach und Lärm, welcher die Melodien durchgehend unterdrückt, Programm und tritt ordentlich auf die Spaßbremse .

Anspieltipps:

  • Junebouvier
  • Home Is Where My Head Is
  • Flashback

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