Marilyn Manson - Born Villain - Cover
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Marilyn Manson Born Villain


  • Label: Vertigo/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 64 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Im Grunde nimmt Brian Warner auf „Born Villain“ nur eine kleine Kurskorrektur vor und steuert sein Schiff wieder zurück in die vertraute Fahrrinne.

In den USA erscheint das neue Album von Marilyn Manson am 1. Mai 2012 auf Brian Warners eigenem Label Downtown Records im Vertrieb der Indie-Plattenfirma Cooking Vinyl. Ein herber Abstieg, der zwar geschickt mit neuer künstlerischer Freiheit legitimiert wird, aber einen ganz trivialen Hintergrund hat: Interscope Records (Universal) riss nach den verehrenden USA-Absatzzahlen von „Eat Me, Drink Me“ (06/2007) sowie „The High End Of Low” (05/2009) 16 Jahre nach der Vertragsunterschrift mit Marilyn Manson der Geduldsfaden. Denn ein Superstar, der fette Vorschüsse kassiert, aber an der Kasse nichts auf die Kette bekommt, ist jedem Major ein Dorn im Auge. 50 Millionen verkaufte Tonträger hin oder her.

Wenn wir ehrlich sind, hat sich Marilyn Mansons Schock-Rock-Masche spätestens mit dem Ausbleiben der künstlerischen Qualität endgültig totgelaufen. Umso erstaunlicher ist es da, dass der deutsche Universal-Ableger Vertigo Records weiterhin die Treue zu Marilyn Manson hält und das neue Studioalbum „Born Villain“ auf altbekanntem Vertriebsweg in die Läden bringt. Zwar kokettierte Brian Warner im Vorfeld damit, dass sich „Born Villain“ nicht wie eines seiner vorherigen Alben anhören würde. Doch so richtig aus seiner Haut kann der Meister dann doch nicht.

So sind deutliche Einflüsse aus dem Industrial-Rock-Bereich („Hey, cruel world“, „No reflection”) sowie der elektronischen Musik („Pistol whipped”, „Slo-Mo-Tion“) zwar nicht von der Hand zu weisen, aber gab es die nicht auch schon früher? Und ob „Born Villain“ nun ein Konzeptalbum ist oder nicht – Marilyn Manson tauchten schon immer in die tiefsten Abgründe der menschlichen Seele hinab und suhlten sich dort Blut, Eiter und Sperma.

Im Grunde nimmt Brian Warner auf „Born Villain“ nur eine kleine Kurskorrektur vor und steuert sein Schiff wieder zurück in die vertraute Fahrrinne. Dabei gelingen keine besonderen Geniestreiche (Tracks wie das hypnotisch stampfende „The gardener“, die Ballade „Breaking the same old ground“ oder die obligatorische Coverversion „You’re so vain“ sind gut, aber nicht überragend), es gibt aber auch nicht körbeweise Fallobst wie auf „The High End Of Low” zu bemängeln. So gestaltet sich „Born Villain“ als solides Rockalbum, das in der Tat einen Neuanfang darstellt, aber noch viel Luft nach oben lässt.

Anspieltipps:

  • Born villain
  • The gardener
  • You’re so vain
  • Hey, cruel world
  • Breaking the same old ground

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