Keane - Strangeland - Cover
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Keane Strangeland


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 45 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
7.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Keane machen das, was sie am besten können: Pianopop der besten emotionalen Sorte.

Hopes And Fears“ hieß das Meisterwerk der britischen Band Keane. Leider war es ihr erster Silberling und so wurden sie ständig an dieser enorm hohen Messlatte festgenagelt. Eigentlich konnten sie dann nur verlieren. Nichtsdestotrotz schafften Keane es, auch danach richtig gute Alben zu veröffentlichen, die ihre Fans und Kritiker begeisterten. Zwar nicht so wie das Debüt, aber das war auch fast unmöglich. Nur „Under The Iron Sea“ spaltete Fans und Kritiker, denn so richtig zufrieden waren die Rezensenten damals damit nicht.

Perfect Symmetry“ zeigte dann eine musikalische Weiterentwicklung, die sich vor allem in dem Mut äußerte, die 80er Jahre wiederaufleben zu lassen und einige ungewohnte Klänge zu präsentieren, denn Keane sind viel mehr als eine Balladenband, die einen Emotionen erzeugenden Sänger besitzt. Mittlerweile sind Tom Chaplin (Leadsänger, Piano), Tim Rice-Oxley (Keyboard, Bass, Gesang), Richard David Hughes (Schlagzeug) und Jesse Joseph Quin (Bass) aber selbstbewusst genug, dass sie ihre Songs der neuen vierten CD stolz präsentieren: Alles wie immer komplett selbst komponiert, wollten sie zusammen mit Produzent Dan Grech-Marguerat (The Kooks, Hurts) „Back to the roots“, also Pianopop der besten Qualitätssorte darbieten. Ob das wohl gelingt? Ja, denn was Keane vorlegen, ist Popmusik, die berührt und unterhält, also eine besonders gute Kombination.

„Disconnected“ geht als echter Ohrwurm durch, die Piano geführte Melodie bleibt einfach hängen und dürfte in gepflegte Radiorotation gehen. „In your own time“ besticht durch ungeheure Stadionsongattitüde, die zum Mitsingen einlädt. Etwas fremd klingt dagegen „Black Rain“ zunächst, doch nach und nach gefallen auch diese vielen Keyboardtöne, die recht entspannt und geheimnisvoll daher wabern. Zu den wenigen Uptempo-Songs zählt „ Sovereign Light Café“, dass etwas energischer zu Werke geht und durch Ohrwurmrefrain und viel Eingängigkeit glänzt. Aber auch „On the road“ macht Tempo und bringt Abwechslung hinein, die die Band aber schon garantiert, da sie sich nicht wiederholt und immer neue Facetten und Nuancen ihrer piano-getriebenen Melodien auslotet. Die Ballade „Sea Fog“ rundet den Silberling mit gewohnt sanften Klängen ab, die genau wie der Rest der Tracks nicht nur dank der Stimme von Chaplin berühren.

Wenn man die Tracks so durch hört, was man definitiv öfter machen sollte, gibt es keinen Zweifel, dass Keane wieder ihr gnadenlos hohes Niveau halten und zwölf bemerkenswerte Pop-Perlen kreiert haben. Wer möchte, kann die Vergleichsschublade weit aufmachen: The Beatles, The Killers, Coldplay, a-ha und natürlich ganz viel Keane wie man sie mag, fallen einem zum Sound ein. Keane haben einen festen Platz im BritPop-Genre eingenommen und werden ihn dank solcher CDs nicht abgeben. Keane haben sogar qualitativ Coldplay abgehängt, weil sie einfach durchgängig bessere Alben vorlegen und das hoffentlich weiterhin zur Freude der Fans und Kritiker tun.

Anspieltipps:

  • Disconnected
  • Watch How You Go
  • Black rain
  • Sovereign Light Café
  • Sea Fog

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