Robin Gibb - The Titanic Requiem - Cover
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Robin Gibb The Titanic Requiem


  • Label: Reprise/WEA
  • Laufzeit: 62 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Zwar ist die Stringenz der Lieder in ihrer Simplizität Trumpf, aber die treffenden, stimmungsvollen Melodien präsentieren Hollywood-Hochglanz ohne Fehl und Tadel.

Damon Albarn hat es gemacht, Paul McCartney gab sich die Ehre und eine ganze Hand voll weiterer Pop-Musiker hat sich inzwischen mit Opern und klassischen Arrangements versucht. Jetzt also auch Bee Gees-Legende Robin Gobb zusammen mit seinem Sohn R.J. Gibb. Dass man auch von solchen Musikern durchaus groß geratene Orchestermusik erwarten darf, zeigen die vielen Vorbilder in dieser Richtung. Mit dem Thema des hundertjährigen Jubiläums der Titanic-Katastrophe kann sich das Duo auch gleich mit so schwerer Kost wie Albarns „Odyssee To The West“ messen.

Wie sich das erwarten lässt, pfeifen die Gibbs auf dezenten Einsatz und starten das Album mit bombastischen Hymnen, die aber auch in den Titel auf eben diese groß angelegte hollywoodeske Machart hinweisen. „Farewell“ stimmt da mit mächtigen Männerchören ein und während „Farewell“ zumindest in der zweiten Hälfte der ruhigen See Vorrang lässt. Die „Maiden Voyage“ wird somit ebenso passend in Szene gesetzt, wie die triumphale Fertigstellung des berühmten Schiffs.

Spätestens mit der „New York Suite In C Major“ muss man sich als Kritiker zurückhalten. Zwar ist die Stringenz der Lieder in ihrer Simplizität Trumpf, aber die treffenden, stimmungsvollen Melodien präsentieren Hollywood-Hochglanz ohne Fehl und Tadel. Zu diesen kann man sich bildreich die majestätische Fahrt der majestätischen Titanic vorstellen. Mehr, also vertracktere Musik im Stile der Klassik oder des Barocks, hat man bei Robin Gibb wahrscheinlich auch nicht erwartet.

So erlebt man die Höhen und Tiefen der Jungfernfahrt emotional mit und schafft es zumeist auch ganz gut die Gesichter von Leonardo Di Caprio und Kate Winslet auszublenden. Weit genug bleibt man vom folkig angehauchten Thema des Film Soundtracks entfernt. Und gerade als das Album königlich und voller Grandeur ins Finale einläutet, kommt es doch noch zu diesem Fehler. Nach dem berührenden Stück „Reflections“, welches das Piano ins Zentrum rückt, kommt mit „Daybreak“, „Christmas Day“ und „Don't Cry Alone“ ein Disney-Balladen-Trio daher, das unnötig auf die Tränendrüsen drückt. Der harsche Kritiker reibt sich die Hände: „Aha! Das musste ja passieren, wenn ein Bee Gee dieses Album mitschreibt!“

Bis auf diese Stolperer kann sich „The Titanic Requiem“ sehen lassen und ist keinesfalls weniger gelungen als McCartneys letztjähriger Ballett-Beitrag „Ocean's Kingdom“, der Maßstäbe setzen konnte. Wenn Gibb und Sohn sich nicht dazu hätten verführen lassen, am Ende alten Zeichentrickklassikern den Rang ablaufen zu wollen, hätte sich hier ein durchgehend harmonisch und stimmiges Bild präsentiert, dem die Besonderheiten gefehlt hätten, welches aber dennoch den Ton des historischen Vorbilds vorzüglich getroffen hat.

Anspieltipps:

  • Triumph
  • New York Suite In C Major
  • Reflections

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