Damon Albarn - Dr Dee - Cover
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Damon Albarn Dr Dee


  • Label: Parlophone/EMI
  • Laufzeit: 48 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Soundtrack einer Oper. Zwischen Folklore und Pop bahnt Albarn sich durch das englische 16. Jahrhundert.

Erst vor wenigen Wochen veröffentlichten Rocket Juice & The Moon, das Projekt von Red Hot Chili Peppers-Bassisten Flea, Schlagzeuger Tony Allen und Damon Albarn], ihr Debütalbum, da geht es bereits weiter: Damon Albarn veröffentlicht nach einer gefühlten Ewigkeit mit „Dr Dee“ sein erstes Soloalbum. Es könnte bei den Fans des britischen Musik-Genies jedoch einige überraschte Gesichter geben, denn es handelt sich nicht einfach nur um irgendein Soloalbum, sondern um den Soundtrack zu einer Oper. Was hat der Kopf der Band Blur, musikalischer Anführer der Gorillaz und Initiator der Projektes The Good, The Band & The Queen sich dabei wohl gedacht?

Tatsächlich sind Opern nicht unbedingt Neuland für Damon Albarn, denn „Dr Dee“ ist bereits seine zweite Produktion. Es handelt sich bei „Dr Dee“ um die Geschichte des englischen Mathematikers, Astronoms, Philosophen, Magiers John Dee, der im 16. Jahrhundert der persönliche Berater am Hofe von Königin Elisabeth I. (1533-1603) war. Es ist ein typisches, englisches Bühnenstück, was dem eingefleischten Briten Damon Albarn gerade recht gekommen sein muss.

Nachdem sich Albarn während der letzten Jahrzehnte am internationalen, musikalischen Büffet großzügig bedient hat, ist es kein Wunder, dass auch dieses Projekt vor unterschiedlichen Einflüssen nur so strotzt: Frühenglische Choräle und Instrumente, aber auch moderne westafrikanische und Renaissance-Sounds. Thematisch behandeln die einzelnen Teile des Albums neben einer Menge England auch religiöse Fragen, wie in „A Prayer“ oder „Cathedrals“ aber auch astronomische Themen wie in „The Moon“ oder „Saturn“. Musikalisch schwankt das Album irgendwo zwischen einer neumodernen Folk-Opera und einzelnen Pop-Elementen, wirkt irgendwie interessant und ein kleines bisschen wie eine endlose Meditation. Neben Damon Albarn war auch Valgeir Sigursson an der Abmischung von „Dr Dee“ beteiligt, der im Vorfeld mit Björk oder The Magic Numbers zusammenarbeitete.

Was jedoch letztendlich offen bleibt ist die Frage: Wieso? Wieso bringt ein musikalischer Alleskönner, anstelle eines anständigen Soloalbums nach Ewigkeiten „nur“ den Soundtrack einer Oper auf den Markt? Vielleicht wäre das zu einfach gewesen und so bleibt der Hörer im Vogelzwitscher, Flötenspiel und der altbekannten Stimme von Damon Albarn zurück und warten auf dessen nächste Geniestreiche.

Anspieltipps:

  • The Marvelous Dream
  • The Dancing King

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