Florence + The Machine - MTV Unplugged - Cover
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Florence + The Machine MTV Unplugged


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 50 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Florence Welch liefert gemeinsam mit „The Machine“ bei ihrem MTV-Unplugged-Auftritt eine atemberaubend gefühlvolle Performance ab.

Während Auftritte bei MTV Unplugged für Musiker vor einigen Jahren noch sehr viel bedeutender waren als heutzutage, hat dieses Format mittlerweile ein wenig an Aufregung verloren. Unveröffentlichte Akustik-Versionen und andere Live-Spielereien sind mittlerweile schneller bei YouTube und anderen Videoplattformen zu finden, als sie überhaupt stattgefunden haben. MTV Unplugged ist ein unspektakuläres Format geworden, doch Künstlerinnen wie Florence Welch schaffen es dank charismatischer Stimme dem Hörer noch immer mit einem solchen Akustik-Set zu begeistern.

Florence + The Machine ist eigentlich nur die Engländerin Florence Mary Leontine Welch, die mit ihrem Debütalbum „Lungs“ (2009) die Spitze der englischen Charts erreichte und weltweit über vier Millionen Exemplare davon verkaufte. Das Geheimnis der rothaarigen Schönheit, ist ihre außergewöhnliche Stimme. Kraftvoll, charismatisch und ausdauernd erzeugt sie eine Mischung aus Indie-Rock, Singer-Songwriting und Folk, Pop und Soul-Elementen. Begleitet wird Florence dabei von „The Machine“, wie sie ihre Begleitband nennt, die aktuell aus Isabella Summers (Keyboard und Backgroundgesang), Rob Ackroyd (Gitarre), Chris Hayden (Schlagzeug und Backgroundgesang), Mark Saunders (Bassgitarre und Backgroundgesang), Rusty Bradshaw (Keyboard) und Tom Monger (Harfe) besteht.

Da es bei Florence + The Machine jedoch nicht auf ein ausschweifendes Equipment ankommt, präsentiert sich die Sängerin bei MTV Unplugged mit einem ganz leichten Arrangement, ohne Schnickschnack. Die Setlist besteht aus einer ausgewogenen Mischung aus Songs von „Lungs“ (2009) und „Ceremonials“ (2011), jeder Song für sich ein kleines Meisterwerk. In den ersten zwanzig Sekunden des Titels „Drumming Song“ bleibt dem Hörer beinahe die Luft weg, so voller Kraft ist die Stimme von Florence Welch, ganz ohne instrumentelle Begleitung. Die Frage, warum das erste Album von Florence + The Machine den Titel „Lungs“ trägt, erübrigt sich dabei wieder einmal. Ähnlich verhält es sich mit „Cosmic Love“, bei dem sie von dem anwesenden Gospel-Chor Unterstützung bekommt. Vor allem bei „Shake It Out“ kommt selbiger besonders zur Geltung. Der Queens Of The Stone Age -Sänger Josh Homme betritt die Bühne als Ehrengast und als eine Hommage an Johnny Cash und June Carter geben die beiden den Song „Jackson“ zum Besten. Ein bedeutender Moment des gesamten Auftritts ist vermutlich ebenfalls das atemberaubende Otis Redding-Cover „Try a Little Tenderness“, welches Welch mit den Worten „Ich hoffe, das alles gut geht“ ankündigt.

Tatsächlich ist Florence Welch eine hervorragende Besetzung für ein MTV Unplugged-Set, denn dank ihrer Ausnahmestimme sind für einen atemberaubenden Auftritt, bei der Engländerin keine wilden Special-Effects und keine zwanzig Triangeln notwendig. Einige Songs wirken im Gegensatz zu den Album-Versionen deutlich erfrischender und im Gesamtpaket stellt sich dieser Unplugged-Auftritt als gelungene Performance des Indie-Hypes dar.

Anspieltipps:

  • Cosmic Love
  • Shake It Out
  • Jackson

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