Sebastian Block - Bin Ich Du - Cover
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Sebastian Block Bin Ich Du


  • Label: Januar/Broken Silence
  • Laufzeit: 63 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Wer die Urfassung des Albums noch nicht kennt, wird gleich positiv überrascht. Sebastian Block verpackt Deutsch-Pop mit Leichtigkeit so, dass Radiomusik im besten Sinne herauskommt.

Die berühmte zweite Chance kennen wir aus Film, Funk und Fernsehen. Der eigentlich schon gescheiterte Held rappelt sich auf und kämpft sich an die Spitze. Als gescheitert möchte man Sebastian Blocks letztjähriges Debüt „Bin Ich Du“ keinesfalls betiteln, doch landesweite Bekanntheit kann man dem jungen Musiker ebenfalls noch nicht bescheinigen. Jetzt soll sich all das unter Hinzunahme der neuen Single „Es Ist Passiert“ und sieben Akustikversionen der bereits bekannten (oder eben doch noch unbekannten) Stücke ändern.

Wer die Urfassung des Albums noch nicht kennt, wird gleich positiv überrascht. Sebastian Block verpackt Deutsch-Pop mit Leichtigkeit so, dass Radiomusik im besten Sinne herauskommt. „Wir Fallen Tief“ und „Ich Hoffe Ja“ schlagen im Stil von Jupiter Jones ein und fräsen sich angenehm aber bestimmt in den Gehörgang. Ohne großartige Tiefe, die den Liedern etwas zeitloses gibt, überzeugen die vorantreibenden Melodien des Nachwuchsmusikers mit der rauen Stimme. Genau diese Einfachheit der Lieder macht Block erst so zugänglich und lässt Oh-Oh-Refrains und den luftigen Groove der schnellen Stücke richtig aufblühen.

Sobald Sebastian Block langsamer wird, geht dieser Zug natürlich verloren und bei seinem einfach gehaltenen Stil, gibt es nur wenig an den Balladen zu entdecken. So ist ein „In Den Farben“ zwar nachdenklich und recht intelligent, aber der Text alleine rettet die etwas fahle Stimmung nicht. Aber nicht alle Stücke niedrigen Tempos vergeigt Block und so ist „Nein“ mit schräger Gitarre und Chor ein gut gelungenes Intermezzo. Auch „Augen Zu“ hat zumindest genug Funk und Easy Listening zur Verfügung um musikalisch nicht abzufallen. Dagegen ist der Text nicht halb so ansprechend wie bei „In Den Farben“. So ist der ruhige Teil des kurzen Albums ein wenig unglücklich platziert und arrangiert.

Umso herziger nimmt der Hörer dafür die schnellen Stücke auf, die auch im späteren Verlauf des Albums genauso mitreißen wie die lockeren Auftaktsongs. Allein „Johnny“ - eine Hymne an den Whiskey – ist zu platt geraten. Wie als Gegenleistung bringt das Album mit „Unfassbar“ zumindest eine fehlerfreie Ballade mit, die mehr als nur ein Trostpreis ist. Hier sitzen Arrangement, Gefühl und Text genau richtig. Die akustischen Beigaben können allesamt nicht mit den Albumversionen mithalten und sind eher eine nette Dreingabe. Dagegen ist die neue Single „Es Ist Passiert“ aber ein echter, deutscher „New York Groove“, der die stärksten Momente des ursprünglichen Albums zusammenfasst. Noch besser wird das ursprüngliche Album also nicht, aber ein ansprechendes Debüt bleibt eine ansprechende CD. Auch ein Jahr später.

Anspieltipps:

  • Ich Hoffe Ja
  • Wir Fallen Tief
  • Unfassbar

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