John Mayer - Born And Raised - Cover
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John Mayer Born And Raised


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 47 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Weiberheld ist erwachsen geworden! „Born And Raised” macht die peinlichen Geschichten aus dem Privatleben des Songwriters vergessen.

Mit der Don-Was-Produktion „Born And Raised” meldet sich John Mayer 2½ Jahre nach „Battle Studies“ (01/2010) zurück auf der Bildfläche. Aber irgendwas ist diesmal anders. Im Vorfeld gab es keine peinlich-intimen Geschichten aus dem Privatleben des 34-Jährigen, die in der Vergangenheit geschmeidig-gepflegte Fremdschamattacken auslösten und auch sonst herrschte verdächtige Ruhe im Lager des Sängers und Songschreibers, der sich ganz offensichtlich auf das Wesentliche konzentrierte und mit „Born And Raised“ ein Album abliefert, das Abkehr nimmt von den Popsongs der letzten Longplayer und wieder mehr in den Fokus eines Singer/Songwriter-Albums mit Einflüssen aus Folk, Blues und Country rückt.

Diese Kurskorrektur tut der Musik von John Mayer unheimlich gut. Und sie liefert dem Hörer entschuldigende Steilvorlagen, wie in der ersten Singleauskopplung „Shadow days“, in der es heißt: „I’m a good man with a good heart / Had a tough time, got a rough start / but I finally learned to let it go / Now I’m right here and I’m right now”. John Mayer hat verstanden. Und wir haben ebenfalls verstanden. Es wurde Zeit für ein ruhiges und besonnenes Album, das an die frühen Werke des Amerikaners anknüpft.

Mit Don Was (u.a. Bob Dylan, The Rolling Stones, Randy Newman, Lyle Lovett) hat John Mayer dazu den richtigen Produzenten gefunden, der „Born And Raising“ einen wohligen Analog-Klang spendierte, der zu den im kleinen Ensemble eingespielten Songs hervorragend passt. So klingt zum Beispiel der Gitarrensound im Opener „Queen of California“ nach Mark Knopfler bzw. den Dire Straits in ihrer späten Phase, was bitteschön als Kompliment verstanden werden sollte.

Ein weiteres Qualitätsmerkmal stellt wieder einmal die Stimme John Mayers dar, die in Songs wie „Something like Olivia“, „Born and raised“ oder auch „Love is a verb“ in „Your body is a wonderland“-Regionen schmachtet, ohne dass es droht auf irgendeine Weise seicht zu werden. Stattdessen präsentiert sich der 34-Jährige als hörbar gereifte Songwriterpersönlichkeit, die auch bzw. gerade mit einem bewusst introvertierten Werk wie dem vorliegenden überzeugen kann.

Anspieltipps:

  • Shadow days
  • Love is a verb
  • Born and raised
  • Something like Olivia
  • Walt Grace’s submarine test, january 1967

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