Callejon - Blitzkreuz - Cover
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Callejon Blitzkreuz


  • Label: Metal Blade/Sony Music
  • Laufzeit: 44 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Callejon sind in einer Sackgasse angelangt.

In Punkto Metalcore bleibt nichts weiter zu sagen, dass das noch relativ junge Musikgenre das anfängliche Schicksal des Metals teilte. Ein Überwinden der Grenzen ist aufgrund Festgefahrenheit grundsätzlich nicht leicht, aber durchaus schaffbar. Callejon, ein Kollektiv von fünf jungen Buben aus NRW, schafften das im Zuge ihrer Diskographie durchaus. Ihr bis auf wenige Ausnahmen deutscher Gesang, elektronische Einsprengsel und hohe Spielfreude brachten den Stein erst richtig ins Rollen. Man sorgte dafür, dass es in den Moshpits (hoffentlich) viele blaue Augen gab und erspielte sich einen immer größer werdenden Hörerkreis. Der Zenit zeigt sich in Form eines Major Deals bei Sony Music. Callejon haben also wahrhaftig fette Beute erlegen können. Mit „Blitzkreuz“ soll die Erfolgsgeschichte nun fortgesetzt werden.

Callejon liefern ab, sie „delivern“: Die elf Kompositionen bieten den gewohnten Metalcore-Sound, den die fünf Musiker auch schon auf ihren Vorgängeralben schmetterten. Auch wenn die Mucke an sich immer wieder latent „gehyped“ wirkt, bleiben Experimente nicht auf der Strecke. Direkt am Anfang schielt man verstohlen zu Rammstein rüber. Die Kopplung des eigenen Sounds mit dem der NDH-Weltstars funktioniert nur in Ansätzen und lässt beinahe sauer aufstoßen. Immerhin ist das kein Plagiat, sondern schon als Hommage zu verstehen. Anders wäre das auch gar nicht gegangen. Ob nun Metalcore-Kids oder Anhänger von Till Lindemann und seiner Truppe angesprochen werden sollen, ist eine Frage, die uns Callejon nicht wirklich beantworten können.

Zumindest anschließend kriegen die Burschen aus Kölle, Düsseldorf und Ratingen noch die Kurve. Songs wie „Kojote U.G.L.Y.“, „PORN FROM SPAIN 2“ oder „Bevor du gehst“ warten mit gesunder Härte und Aggression auf und zeigen, dass der jugendlich-wütende Spirit von einem Album wie „Videodrom“ weiterhin eingefangen werden kann. Dabei überrascht „PORN FROM SPAIN 2“ als Feature-Track mit Mille von Kreator, Sebastian Madsen sowie K.I.Z.. Das mag ungewöhnlich klingen, aber funktioniert. Dennoch geht der Rest des Plans nicht zu 100% auf, denn bei all der Härte und Kompromisslosigkeit, macht sich das Fehlen einer klaren Orientierung breit. Auch wenn ruhige, massenkompatible Passagen immer wieder als Kontrast eingeworfen werden und den ein oder anderen elektronischen Moment der Vorgängeralben ablösen, weiß die Band oftmals nicht genau wo sie hin will. Der Schlusstrack „Kind im Nebel“ zum Beispiel will aus einer Ballade in krachige Sphären aufsteigen, lässt aber gerade deshalb den roten Faden vermissen. Die erwähnten Flirts mit Pop und cleanem Gesang kommen hin und wieder als purer Kompromiss und als Rechtfertigung für eine vermeintliche Weiterentwicklung (aus Notwendigkeit) daher. Das ist nicht neu, das ist nicht innovativ und es steht der Band auch nicht unbedingt...

Wirklich schlecht ist die vierte Langrille von Callejon nicht. Das zu behaupten wäre schlichtweg falsch und ungerecht. Das größte Problem des Teils ist, dass viele Ideen mit dem Holzhammer in die Birne des Zuhörers geschlagen werden, oftmals den Nerv aber einfach nicht treffen wollen. Im Vergleich zu seinen Vorgängern ist „Blitzkreuz“ sehr viel schwächer und ein wenig uninspiriert. Es bleibt abzuwarten, wie die Fans die Scheibe aufnehmen. „Blitzkreuz“ könnte da sicherlich zum Zankapfel werden.

Anspieltipps:

  • Kojote U.G.L.Y.
  • PORN FROM SPAIN 2
  • Polar

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