Naglfar - Teras - Cover
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Naglfar Teras


  • Label: Century Media/EMI
  • Laufzeit: 45 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein selten überraschendes, aber durch und durch solides Black Metal-Album, das weder vor thrashigen, noch todesbleiartigen Geschossen Halt macht.

Wenn sich eine Band nach einem halben Jahrzehnt endlich wieder mit neuem Material bei ihren Fans blicken lässt, dann ist das vergleichen mit den 26 Jahren Wartezeit des Angel Witch-Comebacks „As Above, So Below“ natürlich Pustekuchen, wie ein Rumpelstilzchen auf ein weiteres, mitreißendes Black Metal-Epos darf man sich bei „Teras“, dem mittlerweile sechsten Output der Schweden von Naglfar, aber trotzdem freuen. In der Zwischenzeit auf ein überschaubares Trio geschrumpft (Kristoffer W. Olivius (Gesang), Andreas Nilsson (Gitarre) und Marcus E. Norman an Gitarre, Bass und Keyboard), haben die Nordländer beschlossen von nun an die Drums lieber von einem Sessionmusiker einspielen zu lassen (auf „Teras“ ist das Dirk Verbeuren von Soilwork), um sich stärker auf den allgemeinen Entstehungsprozess konzentrieren zu können.

Herausgekommen ist ein selten überraschendes, aber durch und durch solides Black Metal-Album, das weder vor thrashigen, noch todesbleiartigen Geschossen Halt macht. Nach dem stimmungsvollen Opener ist es dann auch schon so weit und „Pale horse“ gibt sich selbst ordentlich die Sporen und galoppiert auf schwarz gefärbten Riffs seinen Feinden entgegen, denen erst im nachfolgenden „III: Death dimension phantasma“ ein paar Verschnaufpausen zugestanden werden, bis mit „The monolith“ ein 6 ½ Minuten langes, atmosphärisches Biest von der Leine gelassen wird, das sogar einige Doom-Versatzstücke in seinem dunklen Körper birgt. Anschließend heißt es wieder anschnallen und „An extension of his arm and will“ jagt im Höllentempo durch das Unterholz und erinnert im Chorus fast an melodische Auswüchse einer Band wie Dark Tranquillity.

Bevor es dann mit „Come perdition“ eine wuchtige, aber reichlich vorhersehbare Inszenierung der Laut/Leise-Dynamik gibt, „Invoc(H)ate“ in Prügellaune die Politik der verbrannten Erde verfolgt und „The dying flame of existence“ es als ausufernder Abschluss ein wenig mit der Länge übertreibt, rauscht „Bring out your dead“ im Midtempo als mitreißender Wirbelwind über den Hörer hinweg, bis dieser seinen Kopf angesichts des treibenden Grooves in eine Matschbirne verwandelt hat. Wie bereits erwähnt, sonderlich innovativ ist „Teras“ mit Sicherheit nicht, denn dafür hat man viele Ideen schon vor längerer Zeit andernorts vernommen, die in sich stimmige und stets nachvollziehbare Präsentation hebt das Machwerk jedoch auf ein überdurchschnittlich gutes Niveau. Damit sind Naglfar zwar nicht so durchdringend wie Keep Of Kalessin, zum Glück nicht annähernd so pompös wie Dimmu Borgir und wesentlich gesetzter als ihre Landesvetter Dark Funeral und Marduk, für den Black Metal-Fan, der sich genau zwischen diesen Gruppierungen sieht, ist „Teras“ aber genau die richtige Wahl!

Anspieltipps:

  • The Monolith
  • Bring Out Your Dead
  • An Extension Of His Arm And Will

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