Nive Nielsen & The Deer Children - Nive Sings! - Cover
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Nive Nielsen & The Deer Children Nive Sings!


  • Label: Glitterhouse/INDIGO
  • Laufzeit: 41 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Nive Nielsen & The Deer Children spielen Folk-Pop, der verspielt und gleichzeitig ausgereift daherkommt.

Was hat noch gefehlt auf der Landkarte des Labels Glitterhouse? Grönland natürlich, in persona Nive Nielsen, an deren Seite einige Mitmusiker unter dem Namen The Deer Children fungieren. In der langen Besetzungsliste finden sich unter anderen: Howe Gelb, John Parish, Matt Bauer und Patrick Carney von den Black Keys. Nive Nielsen ist ein echter Inuk, also Eskimo und ist einer von 58.000 Einwohnern in Grönland. Als Kind wollte sie Abenteurerin werden, wobei Singer/Songwriterin genau in diese Richtung zielt. Schließlich hat sie bereits vor der Königin von Dänemark musiziert, war „Indie Artist Of The Month“ bei IndieUniverse und „Undiscovered Band Of The Month“ im Filter Magazine. Einige von Nives Songs fanden den Weg in Film und TV, wobei sie selbst auch als Moderatorin mehrerer Jugend- und Kindersendungen in ihrer Heimat agierte.

Vielseitigkeit zeichnet nicht nur Nive Nielsens Leben sondern auch ihr Album „Nive Sings! aus. Es ist ihr Debüt und hat in Grönland bereits Goldstatus, dort ist es auf ihrem eigenen Label Tuttu Recordings erschienen. Entstanden ist das Album auf einem Dachboden in Nuuk, Grönland sowie in Belgien, England, Kanada, San Francisco und Arizona. Nive spielt Ukulele, Gitarre und singt. Für die Arrangements sorgte (neben Nielsen selbst) Jan De Vroede, der außerdem E-Gitarre und Keyboards bediente.

Die Songs auf „Nive Sings!“ basieren meist auf dem minimalen Ukulelespiel der Grönländerin. Drumherum werden die Songs mit allerlei Instrumentarium frisiert. Bass, Schlagzeug, Gitarren, Banjos und immer wieder Bläser, die grob in Richtung New Orleans marschieren, z.B. auf „Aqqusernit!“, „Circumstances“, „Winter Song“ und „Tuttukasik“. Auf dem „Pirate Song“ spielt Howe Gelb von Giant Sand das Piano und singt im Duett mit Nive. Deren Stimme steht auf „Dear Leopold“ im Mittelpunkt des Geschehens, während im Hintergrund eine singende Säge wimmert. Ganz wunderbar kommt ihr Gesang auch auf dem nur von Saitenspiel umgebenen „Rock’n’Roll (For Abner Jay)“ zur Geltung. Windschiefe Stromgitarren stacheln auf „Vacuum Cleaner Killer“ und „Done & Gone“ um Nielsens Stimme. Hier wird spür- und hörbar, dass John Parish seine Finger im Spiel hatte.

Hervorzuheben ist immer wieder Nive Nielsens Stimme, die irgendwo im weiten Feld zwischen Jolie Holland und Maria Solheim schwingt. Nive Nielsen & The Deer Children spielen Folk-Pop, der verspielt und gleichzeitig ausgereift daherkommt. Aus diesem Spannungsverhältnis, in dem auch ihre Stimme steht, zieht das Album seine Faszination.

Anspieltipps:

  • Aqquesernit
  • Pirate Song
  • Rock’n’Roll (For Abner Jay)
  • Done & Gone

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