Woven Hand - Live At Roepaen - Cover
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Woven Hand Live At Roepaen


  • Label: Glitterhouse/INDIGO
  • Laufzeit: 75 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Magie eines Wovenhand-Konzerts als Ton- und Bildträger: Hypnotische und atmosphärische Klänge. Poesie und Wucht.

Mit Live-Alben ist es so eine Sache. Die einen funktionieren nur, weil das Konzert von einem selbst besucht wurde, bei anderen springt der Funke auch ohne das Bühnenerlebnis über. So manches Event verliert als Tondokument seine Magie, ob nun mit oder ohne eigenes Erleben. Schließlich gibt es noch die Live-Alben mit Klassikerstatus wie z.B. „At Filmore East“ von der Allman Brothers Band oder „Live At The Apollo 1962“ von James Brown. Ein Live-Klassiker jüngeren Datums ist „Live March 2001“ von Sixteen Horsepower, deren Frontmann David Eugene Edwards mittlerweile zehn Jahre der Band Wovenhand vorsteht.

Dass David Eugene Edwards eine außergewöhnliche Persönlichkeit darstellt, muss Kennern der Szene nicht mehr näher gebracht werden. Seine Bühnenpräsenz und Stimme ziehen dermaßen in den Bann, dass selbst ein Solokonzert die Magie herbeizaubern würde. Nichtsdestotrotz hatte Edwards am 14. Dezember 2010 im niederländischen Ottersum exzellente Musiker um sich geschart. Neben dem langjährigen Weggefährten Pascal Humbert (Bass, Guitar) waren Gary ‚Ordy‘ Garrison (Drums), Jeff Linsenmaier (Piano, Keyboards, Backing Vocals) und als Special Guest Loukas Metaxas (Percussion) zugegen.

Die Fünf verstanden es ein Klangbild zu kreieren, das in seiner Intensität helle und dunkle Kontraste generierte und den Zuhörer in eine Art Trancezustand versetzte. Als Aufnahmeort wurde eine alte Klosterkirche gewählt, deren Akustik geradezu fantastisch gewesen sein muss. Hinzu kam ein exzellentes Equipment, außerdem wurde auf jegliche Overdubs verzichtet. Zudem ist ein Wovenhand-Konzert alles andere als die reine Präsentation ihres inzwischen umfangreichen Studiomaterials. Vielmehr werden die Songs immer wieder variiert ohne ihnen ihren Grundcharakter zu nehmen. Wiedererkennungswert und Neuinterpretation werden auf einzige Art und Weise – im wahrsten Sinne des Wortes – in Einklang gebracht, wozu naturgemäß das traumwandlerische Zusammenspiel der Musiker als wesentlicher Bestandteil hervorzuheben ist.

Neben der Compact Disc steckt eine DVD (identisch mit der Tracklist der CD) in dem wunderbar gestalteten, mehrfach aufklappbaren Digipak, auch die Vinylversion wird mit der DVD veröffentlicht. Der Konzertfilm hat gegenüber der im Rockpalast ausgestrahlten Version 20 Minuten mehr zu bieten. Die Bilder vermitteln einen exzellenten Eindruck von der Architektur der Kirche, die mit den hallenden Klanggebilden zu korrespondieren scheint. Die Glasmalereien werden von unzähligen Kerzen und atmosphärischen Kamerafahrten zum Leben erweckt und zerschmelzen mit den hypnotischen Wovenhand-Songs zu einem Gesamtkunstwerk. Ob Ton- oder Bildträger, „Live At Roepaen“ hat die Magie eines Wovenhand-Konzerts in seiner dunklen Poesie und sakralen Wucht eingefangen.

Anspieltipps:

  • Speaking Hands
  • Horse Head Fiddle
  • Orchard Gate
  • Deerskin Doll
  • Off The Skuff

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