Mittekill - All But Bored, Weak And Old - Cover
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Mittekill All But Bored, Weak And Old


  • Label: Staatsakt/Rough Trade
  • Laufzeit: 50 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Mittekill sind aus Berlin. Sie sind ultra-hip, auch auf ihrem dritten Album. Man meint zu wissen, was man kriegt.

An Genres wird sich ja immer besonders gerne abgearbeitet, und das besonders in Rezensionen aus irgendwelchen trendigen Szene-Magazinen mit einer Stammleserschaft von -1. Mittekill machen also, in dieser Tradition beschrieben, ultra-hippen Avantgarde-Pop, Post-Punk, Indie, was DU gerade möchtest und für wichtig hältst.

Schön mehrsprachig wird eine Tiefe vorgegeben, die man so nicht gerne unterschreiben möchte. Es ist eigentlich zu leicht, mal wieder auf die Hornbrillen einzuschlagen, auf die Seitenscheitel, auf die Röhrenhöschen, die Jutebeutel, die ausgemergelten Körper. Doch tut man es gerne! Musik für eine Klientel, die Maurice Summen, Mister Staatsakt, ja eigentlich wohl eher nicht bedienen möchte, schenkt man denn seinen grandiosen Türen Gehör. Und nimmt man diesen Ernst, was der Autor vorliegender Zeilen eigentlich durchaus tut. Mittekill, ein weiteres personifizierte Argument gegen diese ganze Berliner Art-Mischpoke, die man einfach unfassbar satt hat.

Das Leid, die Kunst, dafür lässt es sich leben. Rock`n`Roll ist hier eine Hülle, ein Konstrukt gefangen im 21. Jahrhundert, Schublade 2012. Songs, bar jeder Authentizität mit vollem Mund vorgetragen. Das ist es, wofür The Aim Of Design Is To Define Space so leidenschaftlich gehasst werden. „Schlangen“ heißen diese Stücke, oder auch „Chinaimbiss Berlin“ und „Lost Boy“. Gekonnt sind sie, sogar verdammt stark teilweise. „All But Bored, Weak And Old” ist am Ende ein Pop-Album geworden, dessen Oberfläche man kaum verlassen will. Und ein gutes dazu.

Anspieltipps:

  • Leb Wohl
  • Schlangen

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