Ancestors - In Dreams And Time - Cover
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Ancestors In Dreams And Time


  • Label: Tee Pee Records/ALIVE
  • Laufzeit: 66 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein erdrückender Sound für bedrückte Gemüter.

Manchmal ist es eben doch die Quantität und nicht die Qualität, die Hörer in erster Linie abschreckt. Wenn eine Band wie Ancestors mit gerade mal sechs Liedern die Stundenmarke knacken, dann weiß man im Vornherein, dass das nachfolgende Programm nicht jedermanns Geschmack treffen kann und will. Die Band aus Los Angeles ist auch auf „In Dreams And Time“ brutal konsequent, wenn es um die Länge der ausgearbeiteten Songideen geht. Ob das ganze am Ende jedoch entweder die Intensität Isis' erreicht oder aber an die Abwechslung der Kollegen von The Mars Volta erinnert, steht nicht allein in der Spielzeit der einzelnen Tracks geschrieben.

Wer die Ancestors kennt, stellt sich solche Fragen allerdings gar nicht erst. Der Klang der Gruppe hat sich auch diesmal nicht verändert. Shouting statt Gesang? Check! Keyboard-Orgel für den Retro-Sound? Check! Hardrock-Gitarren, die weniger künstlerisch, als vielmehr brachial eingesetzt werden? Check! Ancestors bieten all das in einer großen Halde, die sich als Opener „Whispers“ schimpft und stampfend über die Boxen in die Gehörgänge des Hörers einmarschiert. Vier weitere solche Brocken lassen sich noch an den Ohren der Hörer aus, was auf Dauer wirklich dem „Machtalbum“, wie es promotet wird, verdient.

Dagegen steht die Ballade des Albums „The Last Return“ sehr alleine, wirkt wie ein Fremdkörper zu Beginn des Albums und lässt den Hörer vergebens nach weiteren Durchschnaufpausen lechzen. „Running In Circles“ lässt sich phasenweise vielleicht noch als ruhige Nummer verkaufen, aber Shouting und ganz viel Classic-Hardrock macht innere Ruhe unmöglich. Die Ancestors bieten mit ihrer neuen Platte ein andauerndes Beben, das hier und da schwächer ist, aber die Eruptionen lassen nie ganz ab. Auf Dauer ist diese Rastlosigkeit anstrengend und da mehr mit Gewalt und Kraft im Ton um sich geworfen wird, als mit Melodie- und Rhythmuswechseln ergibt man sich schnell dem Klang und muss bei guter Laune durch Sonnenschein, Liebe und Gesundheit das Album einfach abbrechen.

Anspieltipps:

  • Whispers
  • The Last Return

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