Paradise Lost - Tragic Idol - Cover
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Paradise Lost Tragic Idol


  • Label: Century Media/EMI
  • Laufzeit: 46 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Paradise Lost huldigen auf ihrem neuesten Werk dem Stillstand in Perfektion.

Nach dem bärenstarken Soloausritt von Gitarrist Greg Mackintosh mit dem Vallenfyre-Debüt „A Fragile King“ (10/2011) hätte man zwar damit gerechnet, dass die 13. Paradise Lost-Scheibe noch einige Zeit auf sich warten lassen wird, doch wenn die restlichen Mitglieder Nick Holmes (Gesang), Aeron Aedy (Gitarre), Steve Edmondson (Bass) und Adrian Erlandsson (Schlagzeug) bereits ein halbes Jahr später zu Tisch rufen, lässt man sich besser nicht zweimal bitten, denn auch „Tragic Idol“ ist ein anmutig-edles Gothic/Doom-Lehrstück vor dem Herrn geworden.

Dabei könnte nach dem Eröffnungsdreier „Solitary one“, „Crucify“ und „Fear of impending hell“ aufgrund täuschend ähnlicher Parallelen zum Vorgänger „Faith Divides Us – Death Unites Us“ (09/2009) beinahe von einer 1:1 Kopie ohne zusätzlichen Mehrwert gesprochen werden, würde im Anschluss nicht „Honesty in death“ mit einem anbetungswürdigen Solo um die Ecke schlendern, dass einem das „Ave Mackintosh“ im Hals stecken bleibt. Von der generellen Gitarrenarbeit des Engländers auf vorliegendem Longplayer mal ganz zu schweigen. Weiter geht es mit dem temporeicheren „Theories from another world“, das sich im Handumdrehen als exzellenter Live-Knaller entpuppt, während „In this we dwell“ mit unerwartet groben Riffs hantiert und „To the darkness“ die Messlatte für emotionalen Gothic Rock auf eine Ebene befördert, von wo sie selbst der 2010 verstorbene Type O Negative-Sänger Peter Steele vernehmen kann.

Der anschließende Titeltrack bekommt mit tiefen Vocals und wehmütiger Atmosphäre eine Prise Dark Tranquillity spendiert und bevor „The glorious end“ der Platte einen majestätischen Abschied beschert, marschieren Paradise Lost im in Hinblick auf die Schlagzeugarbeit ungewöhnlich detaillierten und dadurch äußerst treibendem „Worth fighting for“ dem Tourbus entgegen, der sich mit diesem Album im Gepäck hoffentlich bald auf eine ausgedehnte Konzertreihe begibt. Innovationen oder gar weitreichende Veränderungen im Sound (abgesehen von mehreren rauen Zwischentönen, die Gitarrist Mackintosh wohl noch von Vallenfyre mitgenommen haben dürfte) hat „Tragic Idol“ definitiv nicht zu bieten, dafür bekommen Fans von stimmungsvollen Gothic/Doom-Soundtracks ein perfektes Beispiel für konsequenten Stillstand serviert.

Anspieltipps:

  • To The Darkness
  • The Glorious End
  • Honesty In Death
  • Theories From Another World

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