Frames - In Via - Cover
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Frames In Via


  • Label: Steamhammer/SPV
  • Laufzeit: 59 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
9/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Zweitwerk der Hannoveraner ist ein großer Sprung nach vorne, bedeutend reifer und durchdachter positioniert es sich ganz vorne im Post-Rock anno 2012.

Frames sollten nicht mit The Frames verwechselt werden, der irischen Band um Gitarrist und Sänger Glen Hansard, der auch zusammen mit Marketa Irglova Musik macht und beide dank des Films „Once“ sehr bekannt wurden. Nein, nein, das ist alles eine ganz andere Geschichte. Frames ohne Artikel kommen aus dem hiesigen deutschen Lande, ein Quartett aus Hannover um genauer zu sein, das einen sehr lebendigen und dynamischen Post-Rock spielt.

Das Debütalbum „mosaik“ bewegte sich zwischen Post- und Instrumental-Rock, war vollgespickt mit Spannung und Riffattacken, strahlte aber auch eine gewisse Geradlinigkeit und Naivität aus. Das Zweitwerk „In Via“ ist bedeutend reifer und durchdachter, ein großer Sprung nach vorne für die vier Jungs, denn die Musik setzt nun nicht nur auf Dynamik. Es hat sich eine emotionale Note dazu gemischt, die die öfter vorkommenden leisen Passagen filigraner, gefühlvoller und damit auf eine natürliche Weise glaubhaft macht. Das musikalische Gleichgewicht ist damit mehr in Richtung Post-Rock gedriftet, beinhaltet aber nach wie vor die charakteristischen harten Einschläge, die sich ab und an eruptiv den Weg an die Oberfläche bahnen.

Ein besonders wichtiges Markenzeichen von Frames, das auch schon den Vorgänger ausgemacht hat, sind die Pianoklänge, die immer wieder durchscheinen. In „Departure“ erinnert die tiefe Klaviermelodie irgendwie an die Anfangsmusik der Serie „Stromberg“. Oft gesellt sich auf dem Album ein Glockenspiel zu den Pianoklängen, manchmal laufen beide im Einklang und bilden eine Einheit, wie in „Coda“, welches so herrlich relaxt dahin fließt und mit einigen deutschen Sprachzitaten sogar an die Post-Rock Musik einer anderen deutschen Band erinnert, nämlich Daturah.

„In Via“ ist ein sehr vielseitiges Album voller schöner Laut-Leise-Kontraste, die nie nach einem festen Schema ablaufen. Dank vieler kurzer Einsätze von zusätzlichen Instrumenten, wie einem Cello („Calm Wisdom“), dem erwähnten Glockenspiel, und durch kurzzeitige Betonung einzelner Instrumente in den leisen und lauten Passagen entwickelt sich eine permanent angenehme Stimmung, die dazu führt, dass das Album gerne an einem Stück durchgehört wird. Ein klasse Album, das sich weit vorne im Post-Rock des Jahres 2012 positioniert. Allen, die Long Distance Calling, And So I Watch You From Afar und ähnliche Bands mögen, sei Frames wärmstens empfohlen.

Anspieltipps:

  • Don’t Stay Here
  • Reflections
  • Coda

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