Garrison Hawk - Survive - Cover
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Garrison Hawk Survive


  • Label: M.O.D. Technologies
  • Laufzeit: 46 Minuten
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8/10 Unsere Wertung
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

So erfrischend war Dub-Musik seit dem ersten Ausflug der Gorillaz wohl nicht mehr.

Wenn man sich noch keinen Namen in der Musikbranche gemacht hat, kann es helfen bekannte Gesichter als Werbebanner zu nutzen. So getan hat es der junge Nachwuchsmusiker Garrison Hawkman indem er die beiden Dub-Größen Sly & Robbie um Hilfe bat. Auch wenn deren letzter Output „Blackwood Dub“ einen faden Beigeschmack eingefahrener Dub-Beats hatte. Genau diese Souveränität könnte einem Newcomer allerdings entgegenkommen. Bloßes Überleben ist zumindest nicht das Ziel des Debütalbums „Survive“, welches mit Stilvielfalt und guten Rhythmen die Hörer auf seine Seite ziehen will.

Verteidiger der Altmeister Sly & Robbie werden sich mokieren, wenn man ihre Rhythmen jetzt plötzlich wieder lobt. Doch auch auf „Blackwood Dub“ war der Tenor, dass die Gesangsspuren fehlen, um über die repetitive Art solcher Musik hinwegzutäuschen. Im Zusammenspiel mit den Hooklines des jungen Garrison, der auch Hawkman genannt wird, ergibt sich ein authentischer Dub-Vibe. So bekommt man kaum genug vom präzisen Dub, der den Klageruf „Murderer (Down In The Ghetto)“ untermalt.

Aber auch der Mann im Rampenlicht macht sich mit seinem Gesang gut. Ob alleine wie eben in „Murderer (Down In The Ghetto)“ oder im Duett im anschließenden „What She Wants“ und dem nicht unähnlichen „Don't Ya Know“. Selbst die Gangster-Musik nimmt man Hawk ab, wenn er trotz unverständlich schnellen Zeilen nicht über seine Zunge stolpert. Anstatt sich festzulegen wird der Jamaikaner sogar noch folklorisch im Titeltrack und dann lebensfroh, frei von jeder Gangster-Attitüde à la Gentleman in „Reggae Music“ und „Running Red“. Trotz dieser Vielfalt fühlt sich keiner der Rhythmen und der Gesang Hawkmans verfälscht an.

Wie ein König Midas der Dub-Musik scheint sich jeder Track zugunsten des Jungmusikers zu wenden. Vielleicht sind es tatsächlich die abgeklärten Rhythmus-Arrangements seitens der Altmeister, die dem Nachwuchsmusiker die nötige Sicherheit geben. Auf „Survive“ stimmt zumindest jeder Track von vorne bis hinten. Keine Ausfälle neben einer Reihe mitreißender Nummern heben Garrison Hawk weit über das Mittelmaß. Der Schwung eines Debüts ist deutlich wahrnehmbar und macht dieses Album nicht nur weil es aus Jamaika kommt zu einem Geheimtipp.

Anspieltipps:

  • Murderer (Down In The Ghetto)
  • Running Red
  • Don't Ya Know

Dieser Artikel ging am um 08:12 Uhr online.
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