Soul Clap - Efunk - Cover
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Soul Clap Efunk


  • Label: Wolf + Lamb/ALIVE
  • Laufzeit: 47 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Keine weltverändernde Symbiose aus 30 Jahren Clubmusik, aber gut für jede 80er-Themenparty.

Eli Goldstein und Charles Levine nennen sich zusammen Soul Clap und sind ein voll ausgelastetes DJ-Duo, das quer um den Globus reist. Völlig ausgelastet? Nein, ab und an gönnen sich die zwei Männer Zeit, um ihre eigenen Soundideen zu verwirklichen. Unter dem Namen „Efunk“ erscheint deswegen jetzt ihr Debüt, das dem Electro genauso wie dem Funk huldigt. Die LP ist eine Liebeserklärung an die Klänge der 80er und in diesem Sinne wohl auch eine Kritik an der heutigen Musikbranche. Wenn man die Aufzüge des Duos auf dem Cover sieht, verfliegen Verschwörungstheorien um Musikrevolutionen allerdings auch wieder ganz schnell. Hier steht der Spaß an der Musik im Vordergrund.

Auch wenn der Albumtitel ausgeschrieben „Everybody's Freaky Under Natures Kingdom“ bedeuten soll, trifft es die Beschreibung E-Funk doch präziser. Das gewollt epische Opening, in welchem der Geist des Albums von einer Heliumstimme erklärt wird, kündigt dies schon qualitativ schmal an. Überhaupt sind die Gaststars manchmal gewollt cool und abgeklärt, was die düsteren Erinnerungen an die 80er weckt. So ist ein „Alezby Inn“ gesanglich hart an der Grenze zur Fremdscham, wogegen die Musik selbst den Nerv der 80er-Synthies perfekt trifft. Aber für solche Aussetzer gibt es auch gelungene Kollaborationen, wie mit Franceska in „Take It Slow“.

Mit eindringlichen Bässen und den vielen Facetten der Funkmusik entstehen stets neue, interessante Arrangements auf „EFUNK“. Kein Track hält sich mit seinem Vorgänger auf und so sorgen Soul Clap im Alleingang in einer Dreiviertelstunde für ein abwechslungsreiches Programm. Ob Club-Balladen („Ecstasy“) oder lieber tanzbare Stücke mitsamt Brass („Lets Groove On“): Das Gros der Lieder lädt zu gediegener Gesellschaft auf der Tanzfläche ein. Die Aussetzer halten sich mit erwähntem „The Alezby Inn“ und „Clapping Song“ in Grenzen.

Das einzige Manko, wenn man es so nennen möchte, ist der seltene Versuch moderne Electro-Music mit den Klangbildern aus den 80ern zu verbinden. Allein der Schlusstrack hält hier die Flagge hoch und beweist, dass sich die Musik von damals und heute gar nicht so unähnlich sein muss. Insgesamt kann man sich nicht sicher sein, ob dieses Album nur eine Ode an die 80er sein soll oder ein Versuch war, die Stile von gestern ins jetzt zu retten. Letztere Richtung wurde dafür aber nicht stark genug eingeschlagen, was die Platte als Alternative für 80er-Themen-Abende nicht aber auch schlechter macht.

Anspieltipps:

  • Islands In Space Part 2
  • Take It Slow
  • Lets Groove On

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