Roman Lob - Changes - Cover
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Roman Lob Changes


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 44 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Unser Star für Baku. Roman Lob hat eine große Aufgabe vor sich. Mit „Changes“ legt er sein erstes Album vor.

Nach zwei aufeinander folgenden Jahren des Lena-Meyer-Landrut-Wahns beim Eurovision Song Contest steht wohl eins ganz deutlich fest: Es ist Zeit für eine Veränderung. Vielleicht hat Roman Lob, ein schweres Erbe antretend, sein Album deshalb „Changes“ genannt. Jahre zuvor musste er aufgrund einer Kehlkopfentzündung bei Bohlen's „Deutschland sucht den Superstar“ aufgeben. Als nun dieses Frühjahr „Unser Star für Baku“ ausgestrahlt wurde, trat der junge Musiker wieder in einer Castingshow an – und es gab gleich mehrere Kämpfe zu bewältigen. Zur gleichen Zeit war mit „The Voice of Germany“ ein Pendant geboren, bei der die Kandidaten tatsächlich singen konnten. Es galt nicht nur die Konkurrenzshow, sondern auch die Teilnehmer im eigenen Casting auszustechen. Letzteres gelang dem Newcomer souverän. Theoretisch hätte der Zeitpunkt für ein eigenes Album nicht besser gewählt werden können. Noch ein bisschen über einen Monat dauert es, bis es für den Rheinländer in Aserbaidschan ernst wird. Das erste eigene Werk ist sozusagen der Versuch, sich vorab noch einmal Gehör zu verschaffen und gleichzeitig eine Generalprobe.

Das Generalproben der Regel nach immer schief gehen sollen, ist allgemein bekannt. Diesem Beispiel ist Roman Lob zwar nicht gänzlich gefolgt, einen komplett reibungslosen Auftritt hat er jedoch leider auch nicht hingelegt. So sind die ersten beiden Titel trotz ihres flotten Rhythmus nicht unbedingt mitreißend, man überhört sie fast. Lobs Potenzial wird erst im dritten Song deutlich, mit dem er am 26. Mai in Baku sein Bestes geben wird, um Deutschland die ersehnten „12 Points“ zu holen. „Standing Still“ heißt die Rockballade, die ursprünglich von Jamie Cullum ist, zu dem deutschen Sänger jedoch kaum besser passen könnte. Seine Stimme macht die dramatische Nummer zu einem Gänsehaut-Lied. Dass er die entsprechende Ausstrahlung mitbringt, hat Lob bereits bewiesen.

Zur Auswahl als Lied für den Eurovision Song Contest stand außerdem „Day by day“, eine Ballade, die der gelernte Industriemechaniker selbst geschrieben hat und die ebenfalls zu den stärkeren Stücken auf dem Album gehört. Darin lässt sich auch schon ein Muster erkennen: die ruhigen Lieder sind die stärkeren, haben fesselnde Melodien und einige musikalische Überraschungen, während der Rest zwar Gute-Laune-Musik mit Gitarrenklängen ist, jedoch nicht vollständig überzeugen kann. Daran ändert auch nichts, dass Thomas D. beschlossen hatte, den heute 21-Jährigen als seinen Schützling zu bezeichnen und die CD, so Lob, „erst zudem gemacht hat, was sie heute ist“. Vielleicht hätte ein bisschen mehr Zeit und eine bessere Herausarbeitung der Stärken des Künstlers das Album zu einem echten Goldstück gemacht. So hat man das Gefühl, dass Roman Lob ein bisschen im Schatten seiner Vorgängerin, aber auch seiner selbst steht. Doch das Potenzial ist da und der letzte Vorhang noch nicht gefallen: Alles Gute für Baku!

Anspieltipps:

  • Standing Still
  • Day by Day
  • Conflicted
  • Revolution

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