Of Monsters And Men - My Head Is An Animal - Cover
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Of Monsters And Men My Head Is An Animal


  • Label: Republic/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 54 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein mitreißendes, fast magisches Debütalbum der sechsköpfigen isländischen Band.

Eines sollte gleich vorweg gesagt sein: Wer bei dieser Band an John Steinbecks schonungslose Geschichte über die Grausamkeit der Realität, „Of Mice and Men“, gedacht haben sollte, hat weit gefehlt. Überhaupt sollte man sich von dem Bandnamnen nicht in die Irre führen lassen, denn auch mit Monstern haben die Newcomer wenig am Hut. Stattdessen verzaubern sie – und das mit aufrichtiger Entschlossenheit – ihre Hörer mit fröhlichem, folkigen Pop und kreieren eine Magie, der man sich kaum entziehen kann.

Vielleicht liegt es ja an der Geschichte der Band, denn diese allein klingt schon magisch. Gerade mal zwei Jahre ist es her, dass Sängerin Nanna auf Sänger Ragnar traf. Die Stimmen passten perfekt zueinander, das Klima innerhalb der Band stimmte und noch im selben Jahr gewannen Of Monsters And Men einen Band-Contest, der ihnen einen der begehrten und einflussreichen Slots beim Iceland Airwaves Festival bescherte. Fast zu schön um wahr zu sein? Die Geschichte geht noch weiter. Der Radiosender „KEXP“ aus Seattle wurde auf die, wohlgemerkt, Wohnzimmer-Session des Songs „Little Talks“ aufmerksam, veröffentlichte sie online und setzte die Welle in Gang, die von Island über die Nordsee bis zu uns hinüber schwappte.

Ein bisschen hat man das Gefühl, dass es an Island liegt, einem Land, von dem man selten hört, dass aber schon manchmal mit überraschend guter Musik getrumpft hat, von Björk und Sigur Rós, zum Beispiel. Ein Land, in dem die Frontsänger Nanna Bryndis Hilmarsdottir und Ragnar Porhallson heißen, in dem Geschichten wie aus dem Märchen tatsächlich noch wahr werden. Keine Castingshows, keine endlosen Machtkämpfe mit Plattenfirmen, sondern sechs Isländer, denn so viele braucht es, um die Band perfekt zu machen, die Spaß am Musikmachen haben und genau das gekonnt zum Ausdruck bringen.

Dabei lassen sie die Realität keineswegs aus den Augen. Die Geschichten sind nicht etwa säuselnde Verzerrungen der Wahrheit. Sie handeln durchaus von Einsamkeit, von Verletzlichkeit, von Schmerz. Trotzdem schafft es die wunderbare Mischung der beiden Hauptstimmen, der Gitarrenklänge und Keyboards, des Akkordeons und des Schlagzeugs, den Hörer ab Minuten eins in den Bann zu ziehen. Ein bisschen erinnern sie an MGMTs im Einklang gesungene Refrains, ein bisschen an die Tiefgängigkeit von Mumford & Sons, die niemals richtig traurig ist. Doch das Sextett hat etwas Eigenes, eine ganz besondere Anziehungskraft, die durch das gesamte Debüt „My Head Is An Animal“ führt, die durch den Sommer tragen und ihn versüßen wird.

Anspieltipps:

  • Dirty Paws
  • King and Lion Heart
  • Little Talks
  • Love Love Love

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